5. Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden Thema: „Religion(en) und Gewalt“

Skulptur Pistole von Carl Fredrik Reuterswaerd vor dem UNO Hauptquartier in New York City (Foto: SeanPavonePhoto |Fotolia)

AUGSBURG - Die Jahrestagung zum Augsburger Religionsfrieden fragt nach Impulsen, die von der Friedensstadt angesichts ihrer kulturellen und religiösen Vielfalt ausgehen können. Im Mittelpunk des ersten Teils steht der Festvortrag von Bundestagspräident Prof. Dr. Norbert Lammert am 20. Oktober. Eine Expertentagung unterschiedlicher Religionsgemeinschaften am 26. Oktober schließt sich an.

Die diesjährige Tagung zum Thema „Religion(en) und Gewalt“ steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg.

Dienstag, 20. Oktober: Festvortrag zum Thema „Religion(en) und Gewalt“ mit Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages, 19.30 Uhr, Rathaus Augsburg (Goldener Saal), Eintritt 7, erm. 4 Euro (1 Euro für Inhaber des Kultursozialtickets). Grußwort: Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Moderation: Prof. Dr. Karsten Fischer, LMU München - Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft.

Montag, 26. Oktober: Tagung „Religion(en) und Gewalt“ mit Podiumsdiskussion, Lesung und Musik, 17 bis 20 Uhr, Rathaus Augsburg (Oberer Fletz), Eintritt frei, Anmeldung erwünscht.

Grußwort: Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg.

Impulsvortrag: Prof. Dr. Günther Schlee, Max-Planck-Institut Halle

Podium: Prof. Philipp Stoellger, Dr. Riem Spielhaus, Prof. Dr. h.c. Daniel Krochmalnik, Robert Jandaka, Prof. Dr. Günther Schlee

Moderation: Dr. Margret Spohn (Leitung Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt, Augsburg).Musikalische Begleitung: Yoed Sorek (Gesang), Susanna Klovsky (Klavier) - Jiddische Lieder

Bundestagspräsident Norbert Lammert spricht über das schwierige Verhältnis von Religion und Gewalt: „Wir erleben nicht nur eine globale Revitalisierung der Bedeutung von Religionen im öffentlichen Raum, sondern auch eine teilweise erschreckende Politisierung und Instrumentalisierung des Glaubens mit fundamentalistischen Ansprüchen. Damit verbunden ist nicht selten die Forderung nach unmittelbarer Geltung religiös begründeter Wahrheitsansprüche als staatliches Recht.“ Norbert Lammert ist überzeugt, dass man in Europa um eine nüchterne, neue Bewertung der Bedeutung von Religionen in der Weltgesellschaft des dritten Jahrtausends nicht herumkommen wird.

Der Augsburger Religionsfrieden vom 25. September 1555 war ein erster Versuch, eine rechtliche Lösung für die Probleme einer religiös heterogen gewordenen Gesellschaft zu finden. Das Gesetz sah das friedliche Nebeneinander der beiden christlichen Religionen vor und ist damit der Grundstein für Augsburgs historische Verpflichtung als Friedensstadt.

Heute entspricht Augsburg mit über 40 Prozent Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Zugehörigkeiten zu unterschiedlichen Religions- und Glaubensgemeinschaften einer vielfältig geprägten und modernen Stadtgesellschaft. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Vielfalt birgt einige Herausforderungen. Dem konstruktiven Umgang damit gilt in der Friedensstadt Augsburg besondere Aufmerksamkeit.

Wie lassen sich diejenigen religiösen Traditionen stärken, die zu Frieden und Gewaltlosigkeit verpflichten? Und welche Rolle kommt bei der Befriedung religiös aufgeladener Konflikte dem Staat zu, der zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet ist und freie Religionsausübung gewähren muss? Mit diesen Fragestellungen befassen sich der Impulsvortrag und die Podiumsdiskussion, an der Experten verschiedener Religionsgemeinschaften beteiligt sind. Eine Lesung aus Texten der Weltreligionen, Musik und die Möglichkeit zu Gespräch und Austausch ergänzen das Programm.

Die Tagung steht allen Interessierten offen. Sie richtet sich in besonderer Weise an Entscheidungsträger in Stadt und Verwaltung, Kultur- und Bildung, Wirtschaft und Wissenschaft, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Die Jahrestagung ist eine Kooperationsveranstaltung von: Friedensbüro, Kulturamt der Stadt Augsburg, Evangelisches Forum Annahof, Universität Augsburg - Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung und Lehrstuhl Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts, Kulturhaus Kresslesmühle und Büro für Migration, Interkultur und Vielfalt der Stadt Augsburg, Volkshochschule Augsburg, Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung e. V.

Karten für den Festvortrag sind ab sofort im Vorverkauf der Bürgerinfo am Rathausplatz und im Taschenbuchladen (Färbergäßchen 1) sowie ab 18.30 Uhr an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: Stadt Augsburg
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