Viele Fehler bei der Arzneimitteleinnahme

Bei 66 Prozent der Teilnehmer zeigten sich Auffälligkeiten


Immer mehr gesunde Menschen greifen zu leistungssteigernden oder stimmungsaufhellenden Medikamenten, wie beispielsweise Ritalin, Betablocker oder Antidepressiva. Die Zahl der sogenannten „Hirndoper“ stieg innerhalb der letzten sechs Jahre von 4,7 Prozent auf 6,7 Prozent – mit hoher Dunkelziffer. Diese Zahlen nahm die AOK in Mittelfranken zum Anlass und stellte die Aktion „Arzneimittel sicher einnehmen“ 2016 unter das Thema Gehirndoping. Gemeinsam mit dem Bayerischen Apothekerverband (BAV) und 270 mittelfränkischen Apotheken wurde die Aktion im Zeitraum vom 1. Mai bis 30. Juni durchgeführt. Jetzt wurden die Ergebnisse bekannt gegeben: „Bei 66 Prozent der Teilnehmer wurden Auffälligkeiten in der Medikation festgestellt“, so Norbert Kettlitz, AOK-Direktor in Mittelfranken. „Davon sind zwei Drittel auf Wechselwirkungen zurückzuführen. Für 22 Prozent der Teilnehmer ist die Anwendung unklar und 13 Prozent der Befragten nehmen schlichtweg zu viel Medikamente ein und sind somit überversorgt.“ In 18 Prozent der Fälle war sogar eine Rücksprache mit dem Arzt notwendig. Das ergab die Auswertung der 424 Arzneimittelchecks in den teilnehmenden Apotheken in Mittelfranken.

Nachfrage zum Thema Gehirndoping


Wie aktuell das Thema Gehirndoping ist, zeigt die Auswertung der Aktion „Arzneimittel sicher einnehmen.“ 74 Kunden ließen sich gezielt von ihrem Apotheker zum Thema Gehirndoping beraten. Eine besondere Bedeutung kam dem Thema Nebenwirkung zu. Denn die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten kann zu Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, bis hin zur Persönlichkeitsveränderung führen. Noch dazu sind die Langzeitfolgen völlig unklar. Die größte Gefahr besteht jedoch darin, dass die Nutzer die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit nicht mehr erkennen..

Langjährige Kooperation


Die Auswertung wurde im Rahmen der Beratungsinitiative „Arzneimittel sicher einnehmen“ durchgeführt. Bereits seit sieben Jahren kooperiert die AOK Bayern mit den mittelfränkischen Apotheken. Hierbei wird sie auch vom Bayerischen Apothekerverband (BAV) unterstützt. Im Aktionszeitraum vom 1. Mai bis 30. Juni hatten AOK-Versicherte die Möglichkeit, in 270 teilnehmenden mittelfränkischen Apotheken ihren Medikamenten-Mix auf Wechselwirkungen überprüfen zu lassen – das entspricht einer Teilnahmequote der Apotheken von 60,7 Prozent. Die Aktion „Arzneimittel sicher einnehmen“ wird auch 2017 fortgeführt werden.
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