Märzveranstaltung der "Junggebliebenen" in Kleingeschaidt:

Pfarrer M. Menzinger hat seinen Vortrag mit Tageslichtprojektionen unterlegt

Der Islam aus der Sicht eines Christen

In der sehr gut besuchten März-Veranstaltung der "Junggebliebenen" im FW-Haus von Kleingeschaidt referierte Pfarrer M. Menzinger von der Ev. Kirche in Beerbach am Weltfrauentag vor mehr als 40 anwesenden Frauen und Männern - es könnten ruhig ein paar Männer mehr kommen (Anmerkung des Autors!)

Eingangs erwähnte Pfarrer Menzinger, dass er als überzeugter Christ den Islam nur von außen betrachten könne; eigentlich müsste ein anerkannter Islam-Wissenschaftler den Islam und seine Lehren erklären.

Der Autor kann in diesem Artikel dabei nur punktuell auf einige Inhalte des Referats eingehen. Auch Pfarrer Menzinger führte aus, dass man über das "wirklich interessante" Thema in der
Kürze nicht vollständig informieren kann. In einigen Vergleichen - mit einigen bildlichen Darstellungen am Tageslichtprojektor unterlegt - stellte er den Islam dem christlichen Glauben gegenüber.

Beispielsweise erklärte er, dass

- der Islam weltweit an Anhängern zunehme, wobei man zur Zeit einen
Prozentanteil von ca. 23 gegenüber ca. 40 bei den Christen annimmt,

- der Islam sich nur auf einen Gott (Allah) beruft, während es bei den Christen
den dreieinige Gott (Gottvater, Jesus Christ und heiliger Geist) gebe,

- Islam bedeutet nur Hingabe bzw. Ergebung in Gottes willen, also Gott und die
Schöpfung der Welt anerkennen; dies gilt aber auch für die Christenheit,

- im Islam auch verschiedene Frömmigkeitsrichtungen vorhanden seien (z.B.
Schiiten, Salafisten, Alleviten etc.); im Christentum gibt es auch verschiedene
Glaubensrichtungen,

- der Islam keine Trennung von Staat und Religion gebe; dort spricht man vom
Gottesstaat und alles umfassender Herrschaft, während das Christentum im
Laufe der Geschichte die Trennung von Kirche und Staat vorgenommen hat,

- der Begriff "Mohammedaner" falsch gebraucht werde, denn der Prophet
Mohammed verkündete nur den Koran als "Heilige Schrift der Muslime", der
der Bibel ähnlich bestimmte Glaubensvorschriften und/oder Regeln vorgibt.

Schriftverständnis des Islam

Was das Schriftverständnis des Islam betrifft, so erklärte er, ist herauszustellen, dass aufgrund der Vorstellung der Verbalinspiration im Islam der Buchstabe des Koran unantastbar ist. Bei ihm gilt: das Wort wurde Buchstabe. Im Christentum kann man sagen: das Wort (Gottes) wurde Mensch = Gott hat sich im Menschen Jesus erklärt. So dass wir freier mit der Schrift umgehen können.

Als weitere Punkte führte er u.a. an, dass

- es nur ein Problem gäbe, wie die Worte des Propheten M. interpretiert
werden sollen bzw. können, denn im Islam sind bspw. viele gesellschaftliche
"Vorschriften" bezüglich Kleidung und Stellung der Frau, Erziehung der Kinder
usw. enthalten, während das Christentum lediglich die Gebote kennt. Der
christliche Glaube erhebt dagegen nicht den Anspruch, dass die christliche
Ethik im staatlichen und gesellschaftlichen Bereich für alle verbindlich sein
muss,

- es im Islam keine "kirchliche" Organisation, sondern einige Rechtsgelehrte,
gebe; bei den Schiiten gibt es Mullahs und Ayatollahs, bei Sunniten einen
Imam (türkisch "Hodscha"), der aber lediglich Vorbeter sei,

- es schwierig sei, denn mit wem sollen bspw. Politiker verhandeln, denn es
fehlen Ansprechpartner (es gibt keine Verbandsorgane wie bei uns, sondern
verschiedene Gruppierungen, z.B. Fundamentalisten und wiederum
gemäßigte Gruppierungen),

- früher ein "harmonisches miteinander leben" zwischen Islam und Christen
gab, während die Probleme erst mit den kriegerischen Auseinandersetzungen
auf beiden Seiten in der Historie und insbesondere heute durch den
"IS-Terror" auftraten.

Islam und Christentum weisen historisch gesehen einige Parallelen auf

Abschließend wies Pfarrer Menzinger darauf hin, dass aus seiner Sicht einige Phänomene im derzeitigen Islam durchaus Parallelen in der Geschichte des Christentum haben. Der Islam hat die Aufklärung noch vor sich und alle damit verbundenen Wehen. Doch gerade in dieser Hinsicht tut sich zur Zeit Einiges; man beginnt bspw. innerislamisch über eine wissenschaftliche
Koranauslegung zu reden.

Es gab viel Beifall und die Zuhörer/innen waren sich mit dem Referenten einig, dass man sich viel umfassender mit dem Thema "Islam" auseinandersetzen müsse.

Am April-Termin (12.04.2016) ist Herr Howein mit dem Thema "Seidenstraße" zu Gast bei den Junggebliebenen.

Detlef-Lutz Pertek für die "Junggebliebenen" im März 2016
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