35. Erlanger Poetenfest

Erlanger Poetenfest (Foto: Copyright Erlanger Poetenfest)
Erlangen: Schlossgarten |

Am letzten Augustwochenende trifft sich die Literaturszene in Erlangen. Von Donnerstag, den 27. Bis Sonntag, den 30. August stehen die Veranstaltungsorte rund um den Schlossgarten im Mittelpunkt des Geschehens, denn das 35. Erlanger Poetenfest lädt ein. Rund 80 Autoren, Schriftsteller, Literaturkritiker und Publizisten bringen in Lesungen und Diskussionen ihre Meinungen und Forschungen den interessierten Zuhörern näher. Unter anderen sind dabei Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“, der gern als „Rockstar des politischen Denkens“ bezeichnet wird, Samuel Schirmbeck, ehemaliger ARD-Korrespondent in Algier und Buchautor und der Erlanger Professor Hartmut Bobzin, Übersetzer der neuesten Koran-Ausgabe.

Am Samstag, den 29. August finden mehrere interessante Diskussionen zu Themen statt, die aktueller denn je sind. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdramen, Rechtsradikalisierung und Debatten darüber, steht das Gespräch über Toleranz, Religions- und Meinungsfreiheit.

Toleranz ist mehr als Duldung. Charlie Hebdo und die Folgen

Alexander Kissler schreibt in einer Streitschrift „Toleranz meint die Duldung dessen, was man ablehnt. Sie verlangt zwingend eine eigene Haltung, einen eigenen Standpunkt“. Welchen Standpunkt vertritt man in Deutschland? Rechtsstaatlichkeit, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit wurden hart erkämpft. Andere Stimmen distanzieren sich von den Karikaturen der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo. Gefährliche Selbstaufgabe oder mutige Werteverteidigung, welches ist der Weg ?
Im Markgrafentheater diskutieren Ulrike Ackermann, Sozialwissenschaftlerin, Gründerin und Leiterin John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung e. V., Heidelberg, Jens Jessen, Ressortleiter Feuilleton „Die Zeit“ und Alexander Kissler, Autor und Publizist über das Thema „Toleranz ist mehr als Duldung. Charlie Hebdo und die Folgen“.

Samstag, 12:00 Uhr, Markgrafentheater, Eintritt

Passend hierzu ist auch die folgende Veranstaltung:

Den Koran Lesen. Über Gewalt und Islam

Im Gespräch werden wichtige Fragen erörtert, die sich mit den religiösen Texten im Islam beschäftigen, auf die sich die extremistischen Salafisten berufen. Steht im Koran wirklich, dass Dschihadisten mörderische Attentate ausführen und Andersgläubige hinrichten sollen? Wie eindeutig sind die Suren und Verse im Koran? Wie kann man einer Religion begegnen, die Aggression als Missionierung auslegt? Und wie groß ist der Spielraum der wechselseitigen Toleranz, wenn Gewalt zur Etablierung theokratischer totalitärer Regime verlangt wird, sobald dies die äußeren Umstände zulassen?
In der Orangerie diskutieren hierzu seriös und sachlich der Erlanger Koranübersetzer und Orientalist, Professor Hartmut Bobzin, der Bamberger Islamwissenschaftler Patrick Franke und der ehemalige Auslandskorrespondent der ARD in Algier und Autor Samuel Schirmbeck.

Samstag, 16:00 Uhr, Orangerie im Schlossgarten, Eintritt frei

Am Sonntag stellt der Politikwissenschaftler Claus Leggewie seine Autobiographie vor, die von einem bewegten und abwechslungsreichen politischen Leben erzählt, in dem er sich auch in islamischen Ländern, wie Algerien aufhielt.

Politische Zeiten. Beobachtungen von der Seitenlinie

Claus Leggewie ist Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen und Mitherausgeber der „Blätter für deutsche und internationale Politik“. Er wird gern als „Rockstar des politischen Denkens“ bezeichnet. In seiner Autobiografie spiegelt sich der Lebenslauf einer ganzen Generation: Die Achtundsechziger, zu denen sich Claus Leggewie rechnen kann, haben Deutschland entscheidend geprägt. In „Politische Zeiten“ vergewissert er sich der Erinnerungsspuren des eigenen Lebens und der Jahre, in denen sich fast alles änderte. Er findet seinen Lebensstoff nicht nur am Schreibtisch und im Seminar der Universität, sondern auch auf Straßen und Plätzen, z. B. in Paris, New York, Algier, Mali und auf dem Balkan, in der Diskussion mit Freunden und in der Begegnung mit bizarren Größen der Zeitgeschichte. Der Bogen seiner „Beobachtungen von der Seitenlinie“, so der Untertitel des höchst farbigen Buches, reicht von den Spuren des Nationalsozialismus, die der Neunjährige in Köln wahrnahm, bis zum leidenschaftlichen Plädoyer für Freiheit und Bürgerrechte in der Demokratie, für eine offene Gesellschaft und das Recht des Fremden, Abweichenden. Ein Gespräch über seine Multikulti-Erfahrungen, den Gewinn durch die Begegnung mit anderen, die Chancen des Politologen und die Daseinsfreuden des Weltensammlers, über die Macht des geschriebenen Worts und manches Ohnmachtsempfinden des Wissenschaftlers.
Im Gespräch mit Wilfried F. Schoeller stellt er sein Buch „Politische Zeiten. Beobachtungen von der Seitenlinie“ vor.
Sonntag, 17:00 Uhr, Orangerie im Schlossgarten, Eintritt frei

Weitere Informationen, das Programm und den Zeitplan finden Sie auf der Internetseite des Erlanger Poetenfestes.
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