Baiersdorf läutet „scharfe Jahreszeit“ ein

Foto: © unpict/fotolia.com
 
Lebendige Tradition: Auch heute noch preisen die Krenweiber das „weiße Gold“ an. Foto: Stadt Baiersdorf

BAIERSDORF (pm/rr) - Am Sonntag 20. September, steht bereits zum 13. Mal der Baiersdorfer Krenmarkt auf dem Programm.


Von 10.30 Uhr bis 18.00 Uhr wird dabei die Altstadt zur Genusszone – pünktlich um 11.00 Uhr erfolgt die offizielle Eröffnung mit vorherigem Einzug der neu gewählten Bayerischen Meerrettichkönigin, deren Name an dieser Stelle noch nicht verraten werden darf. Ihre Majestät wird jedenfalls in einer Kutsche vorfahren und gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Galster und den „Krenweibern“ mit einer symbolischen Meerrettichernte den Markt offiziell eröffnen.

Regionale Spezialität

Einst zogen die Krenweiber mit Körben voller Meerrettich auf dem Rücken von Haus zu Haus und verkauften das „weiße Gold“ aus dem traditionsreichsten Krenanbaugebiet der Welt. Doch nicht nur an diesen mit dem Meerrettich verbundene Brauch erinnert der Krenmarkt: „Die Feierlichkeiten sind vor allem ein Dankeschön an all die fleißigen Hände, die dafür sorgen, dass der Meerrettich bis heute als regionale Spezialität geschätzt wird“, so Hanns-Thomas Schamel, Geschäftsführer der Schamel Meerrettich GmbH.

Alles für den scharfen Genuss

Bevor jedoch der offizielle Startschuss für die Meerrettich-Ernte fällt, wartet traditionell das Vergnügen auf alle Krenbauern und Feinschmecker. Auf der Genussmeile werden würzige Meerrettich-Gerichte wie Krenfleisch mit Kloß, Krensüppchen oder Krenbrot auch heuer wieder die Marktbesucher verwöhnen. Es gibt außerdem eine Sonderschau mit Oldtimertraktoren – diese werden um 17.00 Uhr in einer Traktorenparade durch die Altstadt fahren. Besucher des Marktes können sich zudem auf der Tourismusbörse der Metropolregion informieren, und an verschiedenen Verkaufsständen können neben Krenleckereien auch Naturprodukte sowie landwirtschaftliche und handwerkliche Produkte erworben werden – und auch die Ladengeschäfte selbst sind geöffnet. Die ortsansässige Gastronomie ist auf dem Krenmarkt genauso vertreten wie Händler aus der Region, damit sich die Gäste rundum wohlfühlen.

„Unseren Krenbauern ist es zu verdanken, dass der Bayerische Meerrettich bis heute allerorts als Spezialität geschätzt wird“, betonte Hanns-Thomas Schamel. Die Vertragslandwirte werden darum als Ehrengäste des Krenmarktes in das Baiersdorfer Kulturzentrum Jahnhalle eingeladen – zu Vorträgen, Brancheninfos und einem scharfen Krenmenü. Schamel Meerrettich unterhält mit rund 100 Erzeugern seit langem feste Anbauverträge und garantiert die Abnahme der gesamten heimischen Ernte. „Seit jeher bekennen wir uns zum bayerischen Anbaugebiet und dem Produktionsstandort Baiersdorf. Mit einigen unserer Vertragslandwirte arbeiten wir bereits seit über 50 Jahren vertrauensvoll zusammen“, so Schamel.

Die Bezeichnung Bayerischer Meerrettich ist mittlerweile von der Europäischen Kommission als eingetragene geografische Angabe geschützt. Der Kren darf sich außerdem zum edlen Kreis von regionaltypischen Spezialitäten zählen: Das Bayerische Staatsministerium bewirbt ihn zusammen mit Bayerischem Bier, Allgäuer Bergkäse und Nürnberger Rostbratwürsten als „Weltgenusserbe Bayern“.

Die Geschichte des Meerrettichanbaus rund um Baiersdorf, aber auch des Traditionsunternehmens Schamel Meerrettich können Interessierte im Meerrettich-Museum des Kren-Spezialisten nachvollziehen. Im 15. Jahrhundert residierte der Nürnberger Markgraf Johann auf Schloss Scharfeneck, der Sage nach hat er die scharfe Wurzel aus einem „fernen Land“ nach Franken gebracht. Johann gebot den Baiersdorfern, dank des Rufes eine „Zauberwurzel“ zu sein, den Meerrettichanbau. Und weil sich Baiersdorf auch heute noch der Besonderheit der Wurzel bewusst ist, veranstaltet die Stadt jedes Jahr am dritten Sonntag im September den Krenmarkt.

Genügend Parkplätze

Die Altstadt ist von Samstag 14.00 Uhr bis Montag, 12.00 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt, Umleitungen sind ausgeschildert. Für die Besucher aus Nah und Fern sind ausreichend Parkplätze vorhanden: Parkplatz Linsengrabenstraße (Großparkplatz gegenüber der Feuerwehr), an der REWE, Parkplatz am Baggersee und auf der linken Seite an der Straße nach Röttenbach, im Gewerbehof Baiersdorf, Edeka-Parkplatz beim Kulturzentrum Jahnhalle oder auch am Bahnhof (ebenfalls alle ausgeschildert).

www.baiersdorf.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.