Erlanger Forscher rückt Alzheimer zu Leibe

Alzheimer künftig besser behandeln bzw. sogar rechtzeitig zu hemmen ist das Ziel von FAU-Forscher Dr. Anselm Horn und seiner Kollegen. Symbolbild: © michaelheim/Fotolia.com

ERLANGEN (pm/mue) - Allein in Deutschland sind schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt – Chancen auf Heilung bestehen bisher nicht.


Dr. Anselm Horn, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Bioinformatik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), untersucht in einem neuen Forschungsprojekt, wie sich die Molekularstrukturen bei Alzheimer verändern. Die Alzheimer Forschung Initiative fördert das Projekt mit 3.900 Euro.

Horn will mithilfe von computergestützten Methoden die Auswirkungen von molekularen Änderungen untersuchen, die bei Alzheimer-Patienten typischerweise im Gehirn vorkommen. Der Eiweißstoff Beta-Amyloid lagert sich bei Alzheimer im Gehirn ab; in diesen Ablagerungen, genannt Plaques, hat das Protein eine andere Form als bei gesunden Menschen. Dies zeigt sich vor allem in den unterschiedlichen Längen der Eiweißstoffe.

An der FAU sollen nun die kurzen Varianten analysiert werden, die im Verdacht stehen, die Plaque-Bildung zu fördern. Dafür will Horn an Hochleistungscomputern, unter anderem am FAU-eigenen Supercomputer Meggie, simulieren, wie sich die Moleküle bewegen. Herkömmliche Analysemethoden im Labor konnten dazu bisher keine vergleichbar detaillierten Informationen liefern. Die Ergebnisse der Simulationsläufe helfen dabei, den Zusammenhang zwischen molekularen Vorgängen und der Krankheitsentstehung zu erkennen. Die Wissenschaftler hoffen, dass sich dadurch künftig gezielt neue Wirkstoffe entwickeln lassen, welche die Ablagerung von Beta-Amyloid hemmen oder bereits vorhandene Plaques auflösen können.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter:

www.alzheimer-forschung.de
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