Licht am Ende des Tunnels

Es geht vorwärts: Viele Gäste hatten sich eingefunden, um das historische Ereignis gebührend zu feiern. Foto: tom

ERLANGEN (tom) - Eine heftige Sprengung erschütterte gestern den Erlanger Burgberg: Mit lautem Knall wurden in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die seit Februar laufenden Arbeiten an der zweiten Röhre durch den „Berch“ abgeschlossen, von der sowohl der Fernverkehr als auch der Nahverkehr nachhaltig profitieren sollen.


Die deutsche Wiedervereinigung jährt sich im Oktober dieses Jahres zum 25. Mal; das „Verkehrsprojekt Deutsche Einheit“ indes wartet immer noch auf seinen Abschluss. Ein wichtiger Meilenstein ist in diesem Zusammenhang der rund 500 Kilometer lange Aus- und Neubau der Hochgeschwindigkeitsstrecke München – Berlin, durch den sich die Fahrtzeit auf dieser Strecke von derzeit sechs Stunden auf weniger als vier Stunden verkürzen soll.

Zentraler Bestandteil dieser schnellen Verbindung ist der vierspurige Ausbau des Teilstücks zwischen Nürnberg und Ebensfeld – ein Nadelöhr war dabei bislang der 1844 als erster bayerischer Bahntunnel in Betrieb genommene, 307 Meter lange Burgbergtunnel. Seit Donnerstag gibt es nun nördlich von Erlangen eine zweite Röhre durch den Berg; in Anwesenheit des Bayerischen Innenministers Joachim Herrmann, der in diesem Zusammenhang von einem „Lichtblick für die bayerische, deutsche und europäische Verkehrsinfrastruktur“ und gleichzeitig von einem „neuen Zeitalter im öffentlichen Nahverkehr der Region“ sprach, löste Tunnelpatin Karin Kefer die letzte Sprengung aus, um den offiziellen Durchschlag des Tunnels vorzunehmen.

Nachdem sich der Staub gesetzt und ein Bagger die letzten Felsbrocken zur Seite geräumt hatte, konnten Tunnelpatin und Minister einen ersten Blick aus dem Tunnel werfen und den zahlreichen Schaulustigen, die auf der anderen Seite gewartet hatten, zuwinken. Bis im Jahr 2017 die ersten ICE-Züge auf der Neubaustrecke unterwegs sein werden, wird zwar noch einige Zeit ins Land gehen, doch zumindest was den Burgbergtunnel angeht ist im wahrsten Sinne des Wortes „Licht am Ende des Tunnels“ zu erkennen.
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