Goldschmiede-Handwerkskunst: wenn Diamanten „erklingen“

Diamanten von insgesamt knapp elf Karat hat Chiara Sophie Stelzl verarbeitet. Foto: Lichtblick Fotodesign

ERLANGEN (pm/mue) - Die angehende Goldschmiedin Chiara Sophie Stelzl, Auszubildende im Erlanger Juwelierfachgeschäft Winnebeck, hat beim 28. Deutschen Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung den dritten Platz errungen. Bei der Preisverleihung in Idar-Oberstein, dem deutschen Zentrum für Edelstein- und Schmuckfabrikation und Schmuckverarbeitung, überzeugte die 21-Jährige mit ideenreich-raffiniert gearbeiteten Diamantohrringen.


Statt synthetischer Exemplare verarbeitete Chiara Sophie Stelzl echte Naturdiamanten; die aufwändige und gleichzeitig filigrane Konstruktion der Ohrringe hat die international besetzte Jury aus Schmuckdesignern, Juwelieren und Künstlern überzeugt. Wolfgang Schmauch, Goldschmiedemeister und Geschäftsführer von Juwelier Paul Winnebeck, ist auf seine Auszubildende stolz: „Mit dem gut tragbaren Ohrschmuck ist Chiara Sophie Stelzl eine Punktlandung gelungen. Sie hat damit Kreativität, ausgewiesene Fingerfertigkeit und dreidimensionales Vorstellungsvermögen bewiesen.“

In sorgfältig gearbeiteten, asymmetrischen Käfigen aus Weißgold platzierte Chiara Sophie Stelzl unfacettierte und sich lose bewegende Rohdiamantkristalle. Die Seitenwände des Kubus bestehen dabei aus funkelnden und hauchdünnen Diamantplatten. Das Thema des Nachwuchswettbewerbs setzte Stelzl damit auf ideenreiche Weise um: „I want to break free“ – „Die Rohdiamanten drängen hinaus, aber es gelingt nicht“, sagt die gebürtige Emskirchenerin freudestrahlend.

Bei der Wahl des wertvollen Materials für die „Diamantfenster“ entschied sich Stelzl bewusst für Steine, in denen Einschlüsse und damit Spuren natürlicher Einlagerungen zu entdecken sind. „Ich wollte die Strukturen der Edelsteine erlebbar machen und zeigen, wie selten eigentlich reine Naturkristalle sind“, erläutert die Auszubildende im dritten Lehrjahr.

Unikat mit Rafinesse

Fällt auf die exklusiven Ohrringe Licht, entsteht außerdem ein interessanter Reflexionseffekt: durch die „Diamantfenster“ und durch die innenliegenden Rohdiamanten selbst. Für eine besondere Raffinesse sorgt bei dem Unikat nicht nur die optische Wirkung: „Indem bei einer Kopfbewegung die Rohkristalle an die Diamantwände treffen, werden die Steine für einen kurzen Moment hörbar, so ähnlich, als wenn zwei Menschen mit champagnergefüllten, edlen Kristallgläsern miteinander anstoßen“, erläutert Wolfgang Schmauch. Verarbeitet hat Chiara Sophie Stelzl Diamanten von insgesamt knapp elf Karat.

Insgesamt 22 Einsender aus ganz Europa und Südkorea nahmen an dem internationalen Wettbewerb in der Kategorie Ausbildung teil. Der Nachwuchswettbewerb ist Teil des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises, den der Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie e.V. mit Sitz in Idar-Oberstein 2016 zum 47. Mal auslobte.
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