Schwarzenbrucker Kalender November: "Zu Herrmanns Zeiten" ...

"Zu Herrmanns Zeiten" ist heute unter alten Schwarzenbruckern noch ein geflügeltes Wort für eine Zeit, in der richtiger Wohlstand herrschte.
Die Herrmanns bewohnten das im Bild zu sehende Haus, das auf dem Grundstück des Bräunleinsbauer (ursprünglicher Besitzer laut Urkataster) errichtet wurde.
Vermutlich hat 1887 Johann Paul Herrmann mit seiner Frau Babette (stammte aus dem Fritzenhof) den alten Hof abgerissen und das neue Gebäude, den Herrmannshof, als „Herrschaftssitz“ gebaut. Der Holzhändler und Kunstmühlenbesitzer hatte das Haus für 90.000 Goldmark gekauft. In der dazu gehörigen Mühle an der Schwarzach wurde Kunstdünger hergestellt, kein Mehl. Auch Holz aus Österreich wurde zu dieser Zeit hier verarbeitet. So wurde aus der ehemaligen Mühle ein Sägewerk. Da die Familie sehr wohlhabend war, nannte man diese Zeiten „Hermanns-Zeiten“. Die Treppen vom Petzenschloss zur Schwarzachbrücke (seit einigen Jahren wieder schön hergerichtet) heißen nach ihrem Erbauer immer noch "Herrmannstrepperle". Nachkommen der Herrmanns waren die alteingesessenen Familien der Zimmerei Kränzlein (dessen Sohn Architekt Kränzlein mit viele Gebäuden das Ortsbild mit prägte) und die Familie Ziegler.
Auch in Ochenbruck besaßen die Herrmanns verschiedene Grundstücke, die später die Fam. Franz erwarb. Mit Geldverleihungen hatte sich Johann Herrmann verspekuliert und meinte, sein ganzes Geld verloren zu haben. Deswegen brachte er sich wohl letztendlich um.
Dies muss kurz vor dem Erwerb des Hauses 1914 durch Friedrich Wöllmer und seine Frau Margarete (die auch keine Bauern waren) geschehen sein.
Bereits 1927 war das Wöllmerhaus ein Mietshaus. Lange Zeit lebten die Wöllmers selbst noch im Gebäude. Oben im Bild zu sehen sind einige der Mieter: die Mutter von Helmut Lauterbach (ehemals 2. Bürgermeister von Schwarzenbruck), unten Leonard Swoboda (Hartl) und eine Schwester von Helmut.
Seit etlichen Jahren ist das Haus nun renoviert und hübsch anzusehen - gleich neben dem Petzenschloss.
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