Eva Winter stellt im Pfalzmuseum aus

Fotografische Collagen spielen im künstlerischen Schaffen von Eva Winter eine große Rolle. Foto: oh

FORCHHEIM (pm/mue) - Einblick in ihre Kunstwelt gibt die in Forchheim geborene Künstlerin und Kunsthistorikerin Eva Winter mit ihrer ersten institutionellen Sonderausstellung „Firlefanz | Mummenschanz“ im Pfalzmuseum, die noch bis zum 5. Juni gezeigt wird.


Neben Gemälden auf Papier, Zeichnungen und Skizzen sind es vor allem fotografische Collagen, welche die Ausstellung prägen – Eva Winter gibt einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen der letzten Jahre. „Jedem Tag mit Neugier zu begegnen, ist ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Das bedeutet, immer wieder einen Blick unter den Deckmantel der Unscheinbarkeiten zu werfen und sich dabei auf das Maskenspiel des Alltags einzulassen.“ Bereits während des Studiums wandte sich Eva Winter der künstlerischen Erforschung ganz alltäglicher Situationen zu, studierte das Treiben der Raben, die sich mit Vorliebe an Bahnhöfen tummeln und auf Starkstrommasten versammeln, oder den Mikrokosmos der Insektenwelt, insbesondere das schillernde Leben der Käfer. Künstler wie Horst Janssen, Robert Rauschenberg oder auch Dieter Roth gaben dabei immer wieder wichtige Impulse; war es anfangs vor allem die Tierwelt, die ihr Interesse weckte, rückte mit der Zeit allerdings die Spezies Mensch immer deutlicher in den Fokus.

Die ersten fotografischen Collagen entstanden, als die Künstlerin auf eine Sammlung verwaister Briefe, Tagebücher und Fotografien stieß. Der spielerische Umgang mit dem Abstraktum Zeit und der Aura, die die aus dem Kontext ihrer Besitzer gerissenen Relikte einer längst vergangenen Ära umgibt, ist seither ein immer wiederkehrendes Thema ihrer Arbeit. Neben diesem reihen sich die Fotografien zufälliger Begegnungen – hier zeigt sich der forschende Blick der Künstlerin, mit dem sie den vermeintlichen Banalitäten des alltäglichen Lebens auf den Grund geht. Neben Aufenthalten in Forchheim und Berlin sind es vor allem auch Reisen, die Eva Winter neue Anregungen geben. Dabei ist die Kamera für die Künstlerin längst zu einem unverzichtbaren Begleiter avanciert, tritt als Werkzeug neben Stift und Papier, um einen Blick hinter die Fassade zu werfen – und das Gewöhnliche zu demaskieren.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Juni zu sehen, und zwar dienstags bis sonntags jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr.

www.forchheim.de
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