Osterbräuche und Passionskrippen

Krippenbaumeister Karl-Heinz Exner vor einer Passionskrippe, die das Leben Christi von Geburt bis Auferstehung zeigt. Foto: R. Rosenbauer

FORCHHEIM (pm/rr) – Ein umfangreiches Programm präsentiert das Pfalzmuseum Forchheim (Kapellenstraße 16) zur Oster- und Passionszeit: Neben den Sonderausstellungen „Pensala und Brunnenputzen - Osterbräuche in der Fränkischen Schweiz“ und der Passionskrippenausstellung „… und die Welt ward erlöst.“ erwarten die Besucher der Ostereiermarkt, verschiedene Workshops der Museumspädagogik, Führungen und Aktionen.


An den Wochenenden 8. und 9. April sowie 15. bis 17. April (Karfreitag bis Ostermontag) wird bereits zum 12. Mal der Ostereiermarkt veranstaltet. Es gibt lebende Werkstätten, bei denen man den Künstlern bei ihrer Arbeit zusehen kann. Seltene Einzelstücke können dort auch erworben werden.

„Ernste“ Krippen voller Dramatik

Die Sonderausstellung „Pensala und Brunnenputzen“ geht der Frage nach, warum vor Ostern in vielen Orten der Fränkischen Schweiz die Brunnen geschmückt wurden und werden. Symbole der Wasserverehrung, Brunnenkult und Bräuche am Osterbrunnen, wie dem Ostersingen oder den „Pensala“, den Bändern am Osterbrunnenschmuck, sind Thema. Unter dem Motto „Ei, Ei, Ei“ werden erstmalig die Exponate der Ostereiersammlung von Maria Bus aus Nürnberg der Öffentlichkeit präsentiert. Die Kollektion von vielfältig verzierten Eiern bekam das Pfalzmuseum im Jahr 2016 geschenkt.

Die Passionskrippenausstellung „… und die Welt ward erlöst.“ des Krippenbaumeisters Karl-Heinz Exner aus Bischberg ist in der Marienkapelle vor der Kaiserpfalz zu sehen. Sie zeigt die seltenen sogenannten „ernsten“ Krippen oder Fastenkrippen, die das Leiden und Sterben Jesus Christus in asketisch-herber Weise, aber voller Dramatik darstellen. Der Krippenbauer möchte „das Evangelium verkünden, indem ich es sichtbar darstelle. Krippenbau ist die sichtbare Predigt, sie spricht Herz, Seele, Augen und Gemüt an.“ Die Szenen, die die Kirchenjahreszeit vom Palmsonntag bis zum Ostermontag umfassen, befassen sich mit den Stationen vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung und dem Emausgang. Für Exner sind seine Krippen Orte der Begegnung von Gott und den Menschen. Sie sind eine Vergegenwärtigung des Heilsgeschehens und regen zum Nachdenken über die biblische Geschichte und den Glauben an.

Am Osterbrunnen vor der Marienkapelle singt das Forchheimer Vokalensemble am Karsamstag, 15. April um 17.00 Uhr alte Frühlings- und Osterlieder aus verschiedenen Jahrhunderten. Der Eintritt zu der Veranstaltung vor dem festlich geschmückten Osterbrunnen an der Marienkapelle ist frei. Die Leitung des Chors übernimmt Franz-Josef Saam.

Der Forchheimer Künstler Harry Kramer entwirft heuer exklusiv das Künstlerei in einer limitierten Auflage. Die Aktion wird jährlich mit wechselnden Künstlern durchgeführt, es entstehen künstlerische Sammlerobjekte, die am Ostersonntag, 16. April von 15.00 bis 17.00 Uhr im Erdgeschoss gekauft werden können.

Die Osterausstellungen können bis Sonntag, 23. April täglich von 9.30 bis 18.00 Uhr besichtigt werden.
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