Echte Retter in der Not

Echte Hilfe im Fokus: Die Mitglieder der BRH Rettungshundestaffel Forchheim ...

FORCHHEIM (rr/mue) - Die BRH Rettungshundestaffel Forchheim trainiert regelmäßig im Wald bei Uttenreuth – hier wird zweimal in der Woche unter realistischen Bedingungen der Ernstfall geübt.


Der seit 2013 bestehende Verein ist eine von rund 80 Staffeln des Bundesverbandes Rettungshunde e.V. (BRH). Damals gab es zwar bereits in Nürnberg-Fürth und im Landkreis Hassberge Rettungshundestaffeln, aber Forchheim-Bamberg „... war der schwarze Bereich“, so Zugführer Kurt Lieb im Gespräch mit dem MarktSpiegel. Deshalb seien die Gründer der Staffel nach Forchheim gegangen. Derzeit hat der Verein 13 Mitglieder und 15 Hunde.

Ständiges Training ist unerlässlich

Die Ausbildung eines Rettungshundes dauert zwei bis drei Jahre. Seit einem Jahr sind die ersten Hunde der Staffel einsatzfähig, heuer kamen neue hinzu, weitere befinden sich gerade in der Ausbildung. Ein Hund darf nur dann in den Einsatz, wenn er geprüft ist. Diese Prüfung muss dazu jedes Jahr wiederholt werden. Bereits ab dem Alter von sechs Monaten werden die Hunde trainiert und an ihre Aufgabe herangeführt, um im Laufe ihres Lebens immer besser zu werden. Wenn ein Hund um die zehn Jahre alt ist oder seine Aufgabe nicht mehr bewältigen kann wird er ausgemustert, erklärt Kurt Lieb.

Schwerpunkte der Einsätze sind Flächensuche, Mantrailing und Trümmersuche. Ein Flächensuchhund kann zum Beispiel in 20 Minuten eine Fläche von 30.000 Quadratmetern absuchen. Zu den wichtigsten Ausbildungsgrundlagen zählen dabei das Anzeigen vermisster Personen, die selbstständige Sucharbeit und die Zusammenarbeit mit dem Hundeführer. Während ein Mantrailer nach dem Individualgeruch eines Menschen sucht, den der Hund mit Hilfe von Kleidungsstücken der vermissten Person aufnimmt und weiterverfolgt, suchen Trümmerhunde nach Personen, die verschüttet wurden, zum Beispiel nach Erdbeben, Erdrutschen oder Explosionen. Ein Trümmersuchhund darf sich bei der Arbeit weder von wechselnden Gerüchen, noch von Rauch oder Lärm ablenken lassen. Durch viel Training müssen die Hunde an derlei Extremsituationen gewöhnt werden.

Der Individualgeruch eines Menschen ist mit dem Fingerabdruck vergleichbar, so einzigartig und einmalig und individuell ist er. Hunde haben ein 40 mal größeres Riechzentrum als der Mensch; durch winzige Hautpartikel einer vermissten Person ist der Suchhund in der Lage, diese aufzuspüren.

Die Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich und sind auf Spendenbeiträge angewiesen; alle Kosten werden bisher durch die aktiven Mitglieder sowie die Fördermitglieder selbst getragen. Derzeit wird ein Einsatzfahrzeug gesucht, damit die Hundeführer schnell an einen Einsatzort gelangen können (bisher müssen sie noch auf eigene Kosten mit ihren privaten Autos fahren). Für Interessenten und neue Mitglieder ist der Verein immer offen – und auch wer keinen Hund besitzt, kann mitmachen und sich als Suchgruppenhelfer ausbilden lassen.

Weitere Informationen im Internet unter:

www.rettungshundestaffel-forchheim.de
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