„Querachse“ soll Forchheimer Innenstadt beleben

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein zeigt der Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, die Pläne zur Ost-West-Erschließung der Altstadt. Foto: R. Rosenbauer

FORCHHEIM (rr) – Wer an Forchheim denkt, hat automatisch eine Nord-Süd-Richtung im Kopf. Egal, ob man mit der Bahn, mit dem Auto auf dem Frankenschnellweg oder mit dem Schiff auf dem Kanal von Erlangen nach Bamberg fährt - oder in der Stadt vom Paradeplatz zum Rathaus flaniert – die zentralen Wege der Stadt führen von Nord nach Süd oder umgekehrt.


Anders verhält es sich für Besucher, die vom Bahnhof aus in die Innenstadt wollen. Hier geht man von Ost nach West. Allerdings ist dieser Weg nicht der attraktivste. Der Bahnhof ist von der Altstadt abgehängt.

Um diese Situation zu ändern, hat die Stadtverwaltung in der jüngsten Vergangenheit eine Workshop-Reihe durchgeführt. Daran beteiligten sich Stadträte und interessierte Bürger, später gab es auch öffentliche Runden dazu, in der viele Ideen zusammengetragen wurden.

Langfristige Planung der Stadtentwicklung

„Wir haben den Wunsch, dass man in Forchheim auch mal anhält und nicht nur durchfährt“, sagte Oberbürgermeister Uwe Kirschstein auf MarktSpiegel-Nachfrage. „Wenn man sich den Stadtplan anschaut entdeckt man viele architektonische Highlights auf einer Achse, die von Ost nach West läuft, aber dieser Weg ist kaum bekannt.“ Um das zu ändern wurde das Projekt einer Querachse in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, geschrieben. Das ist ein Plan für die nächsten Jahre, der der Frage nachgeht, wo und welche Richtung sich die Stadt entwickeln darf. Allerdings sind die Planungszeiträume sehr langfristig: „Das ist kein Fünf-Jahres-Plan, sondern geht deutlich darüber hinaus“, betont der Oberbürgermeister.

Die Querachse soll am Bahnhof beginnen. „Das ist ein zentraler Anlaufpunkt für den öffentlichen Personennahverkehr, aber auch für den Fernverkehr mit Bussen und Bahnen“, erklärt Uwe Kirschstein die Planung: „Von da aus realisieren wir einen Weg in Richtung Paradeplatz über die Fußgängerzone, Rathausplatz, Kaiserpfalz und langfristig gesehen sogar weiter bis zur Sportinsel. Die Wegeführung ist heute schon vor Ort. Wir müssen sie nur attraktiver gestalten und die bestehenden Highlights besser herausstellen und mit weiteren neuen Attraktionen ergänzen. Das ist eine spannende Herausforderung.“

Die Ideen aus der Bevölkerung wurden alle in das ISEK aufgenommen. Ob sie realisierbar sind, wird die Zukunft zeigen. ISEK ist deshalb kein fester Masterplan, sondern ein Konzept, das über Jahre hinaus fortgeschrieben und der jeweils aktuellen Situation angepasst werden soll. Zuerst sollen die leicht zu verwirklichenden Maßnahmen angegangen werden. So wurde beispielsweise festgestellt, dass gerade auf dem Weg vom Bahnhof zum Paradeplatz die Beschilderung mangelhaft ist. Wer mit der Bahn kommt, sieht keinen Wegweiser zur Kaiserpfalz oder überhaupt zur Altstadt. „Dieser Mangel fällt vielen nicht so auf“, sagt der Oberbürgermeister, „weil man als Einheimischer weiß, wohin man will. Aber wir müssen uns auch die Muße und Zeit nehmen, unsere Stadt aus der Sicht anderer Augen zu sehen. Wenn ich als Bahntourist hier ankomme, sehe ich ein Bahnhofsgebäude, soviel ist klar. Aber ich weiß dann nicht, in welche Richtung ich gehen muss, um an mein Ziel zu kommen.“

Auch die Barrierefreiheit ist ein wichtiges Thema. Wie kommen Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderte sicher über die Straßen? Beim diesjährigen Tag der Städtebauförderung wurde gerade dieses Thema in der Praxis erprobt. Das Spektrum reicht von abgesenkten Randsteinen für Rollifahrer bis zu Noppen und Rillen vor den Bordsteinkanten für Blinde. Vieles davon ist auf der Strecke schon vorhanden, und was fehlt, soll zeitnah verwirklicht werden.
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