Stadtrat diskutiert Trassenerweiterung

ICE-Trasse Kersbach: So sieht der Bahnhof Kersbach heute aus; rechts davon soll der Pendlerparkplatz entstehen. Von hier aus führt dann auch der Fußgängertunnel zum Gleis Richtung Nürnberg. Foto: Stadt Forchheim

FORCHHEIM (rr) - In einer Sondersitzung am Donnerstag, 13. Februar, wird sich der Stadtrat ausschließlich mit der aktuellen Planung der ICE-Trasse Nürnberg – Berlin durch Forchheim befassen.


Die Sitzungsvorlage umfasst 69 Seiten, wobei die Einwendungen des Liegenschaftsamtes nicht mitgezählt sind. Rückblick: Im Januar hatte die Stadt zu zwei Bürgerversammlungen eingeladen; Oberbürgermeister Franz Stumpf erklärte, dass das Planfeststellungsverfahren am Ende wie ein Gesetz sei – nach Ablauf einer gesetzten Frist würden Einwendungen von der Regierung von Oberfranken nicht mehr berücksichtigt. Er machte den Anwesenden wenig Hoffnung, dass die Bürger der Stadt Forchheim dieses europaweit geplante Projekt der Bahnverbindung von Rom nach Stockholm stoppen könnten, „... aber wir wollen das Beste daraus machen“. Der Bürger verlange zwar, dass die Stadt sich kümmere, so Stumpf weiter, beim Lärmschutz habe die Stadt aber keine Handhabung, da sie als juristische Person nicht direkt betroffen sei. Hier müssten die Betroffenen – Mieter, Haus- und Grundstückseigentümer – selbst die Initiative ergreifen und die Betroffenheit schriftlich geltend machen, erläuterte der Oberbürgermeister. Die Stadt hingegen könne nur die eigenen 120 Grundstücke vertreten, die vom Schienenbau betroffen wären. Dazu komme, dass die Piastenbrücke abgerissen werden müsse – die wichtige Verbindung zum Kellerwald würde ein Jahr lang nicht zur Verfügung stehen. So lange würde es dauern, bis die neue Brücke stehe.

Es gibt aber auch Positives zu berichten: Am Bahnhof Kersbach ist die Bahn bereit, einen Vorschlag der dortigen Bürgerinitiative aufzugreifen und eine Tunnelrampe zu finanzieren; eine S-Bahn-Haltestelle Forchheim Nord ist dagegen in den Planungen noch nicht vorgesehen. Hier möchte Oberbürgermeister Stumpf gemeinsam mit dem Landkreis bei der Deutschen Bahn eine Planänderung durchsetzen. Die Baumaßnahmen in und um Forchheim sollen insgesamt acht Jahre dauern, davon wären Kersbach und der Augraben zwei bis drei Jahre lang betroffen.

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit – Schiene Nr. 8 – umfasst den Neubau einer zweigleisigen elektrifizierten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt sowie den Ausbau der bestehenden Strecke Nürnberg – Ebensfeld um zwei zusätzliche Gleise; das Planänderungsverfahren ist seit dem 7. Januar im Anhörungsverfahren. Bis zum 21. Februar 2014 wird die Stadt Forchheim eine Stellungnahme dazu einreichen.
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