Ur-Omas Kleider werden erforscht

Volontärin Clarissa Knoll (l.) und Doktorandin Meike Bianchi-Königstein dokumentieren ein historisches Trachtenoberteil. Foto: R. Rosenbauer

FORCHHEIM (rr) - Im Pfalzmuseum wurden in den letzten Wochen die historischen Trachten aus dem Depot geholt und fotografiert.


Dank der Unterstützung von Museumsleiterin Susanne Fischer M.A. konnten die Doktorandin Meike Bianchi-Königstein M.A. und die wissenschaftliche Volontärin Clarissa Knoll M.A. mehr als 100 historische Objekte sichten und rund 50 Stücke genau analysieren sowie wissenschaftlich erfassen. Von den Objekten erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen wichtige Erkenntnisse zum Kleidungsverhalten im 19. Jahrhundert, gilt doch Kleidung als ein wichtiger Teil der kulturellen Identität. Insbesondere die als Tracht bekannte, regionaltypische Kleidung steht dabei oft symbolisch für eine Region; die Forscherinnen stellen sich in diesem Zusammenhang viele Fragen: Gab es tatsächlich regionale Unterschiede im historischen Kleidungsverhalten – oder handelt es sich bei Trachten um ein Konstrukt, das den Wunschvorstellungen der Menschen entspringt? Was genau ist Tracht und in welchem Verhältnis steht sie zur Mode?

An dem Forschungsprojekt, das im August 2013 startete und bis 2016 laufen wird, nehmen die Trachtenberatung Oberfranken unter der Leitung von Dr. Birgit Jauernig und zehn oberfränkische Museen teil, darunter das Pfalzmuseum in Forchheim. Die textilen Sammlungen der Teilnehmer, deren Schwerpunkte auf der Kleidung des 19. und 20. Jahrhunderts liegen, werden dafür aus der Perspektive der Kleidungsforschung wissenschaftlich untersucht. Die Daten, die auf einer virtuellen Plattform gesammelt und veröffentlicht werden, stehen auch über den Projektzeitraum hinaus der Öffentlichkeit zur Verfügung und sollen einen neuen und lebendigen Diskurs eröffnen.
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