Zusätzliche Sanierung am Forchheimer Rathaus nötig

Das historische Rathaus in Forchheim. Foto: © pusteflower9024 / Fotolia.com
 
Grundsätzlich geht man bei der Stadt Forchheim davon aus, dass nach einer fachgerechten Sanierung bei der späteren Nutzung des Rathauses eine PCP- bzw. Lindan-Belastung kein Thema mehr sein wird. Auch die Belastung des Dachstuhls werde durch die natürliche Ausdünstung mit den Jahren immer stärker nachlassen. Foto: Stadt Forchheim

FORCHHEIM (pm/mue) - Im Nachgang einer öffentlichen Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses nimmt die Stadt Forchheim in Form eines Überblicks nochmals Stellung zum Stand der Arbeiten am historischen Rathaus.


Wie es in einer Pressemeldung heißt, sei die Kontamination im Dachraum des historischen Rathauses mit den giftigen Holzschutzmitteln PCP und Lindan schon im letzten Jahr durch ein Gutachten bestätigt worden. Zu diesem Zeitpunkt sei man noch von einem begrenzten Sanierungsbereich ausgegangen. Unter anderem sei nun geplant, den belasteten Dachbodenbereich grundsätzlich sowohl von der Gebäudeversorgung her als auch durch mechanische Abgrenzung von den restlichen Gebäudeteilen komplett zu isolieren. Zusätzlich seien Belüftungsvorrichtungen eingeplant – für diese Sanierungsarbeiten seien bereits entsprechende Arbeitsschutzmaßnahmen erstellt worden.

Arbeitsschutz steht an erster Stelle

Wie weiter informiert wird, wurde im Zuge der Arbeiten, die durch einen Wasserschaden Ende Januar ausgelöst wurden, eine aktuelle Neubewertung der Sachlage notwendig. Um Schwamm- und Schimmelbildung zu vermeiden, habe man auf Anraten der Denkmalpflege Wände im Bereich des Wasserschadens geöffnet. Wörtlich heißt es dazu: „Diese Gebäudeteile (und nur dieser Bereich!) haben aus baulicher Sicht Kontakt zum Dachbodenbereich. Deshalb wurden hier sofort als Vorsichtsmaßnahme mechanische Messungen durchgeführt, die tatsächlich eine geringfügige Kontamination des Füllmaterials ergaben.“ Die Werte der Messungen lägen jedoch deutlich unter denen des Dachstuhls, seien also extrem niedrig. Dennoch habe man sich als Folge dieser Erkenntnisse dazu entschlossen, aus Vorsichtsgründen ein Betretungsverbot des Gebäudes zu erlassen.

Für eine effektive Sanierung sei zunächst geplant, die betroffenen Bereiche des genannten Gebäudes, in denen eine Schadstoffbelastung festgestellt wurde, vom Staub zu befreien. Dazu gehöre auch die Entfernung von kontaminiertem Füllmaterial in Wänden. Nur so könne man Arbeitsbedingungen schaffen, die den allgemeinen Vorschriften des Arbeitsschutzes entsprechen. Weiterhin werde durch eine Fachfirma ermittelt, welche Kosten entstehen können, worauf hin eine Ausschreibung für die Spezialarbeiten erfolge. Parallel würden in den kommenden Wochen, wenn die Außentemperaturen steigen, weitere Raumluftmessungen durchgeführt, die sowieso schon (vor Kenntnis der neuen Sachlage) im Zuge der allgemeinen Bauforschung eingeplant gewesen wären, wobei die festgestellten Werte bei bisherigen Raumluftmessungen unauffällig gewesen seien.

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein sieht indes keine Verzögerung des Baufortschrittes, da parallel die Beratungen in den Stadtratsgremien zum Nutzungskonzept des Rathauses laufen. Hier wolle er den Räten bewusst Zeit einräumen, um Ideen zu entwickeln, zu diskutieren und notfalls auch wieder zu verwerfen. Diesen Diskussionsprozess empfinde er als extrem wichtig: „Den Aspekt der Nutzung sollten wir grundständig lösen, das halte ich für sinnvoll. Wir wollen nichts übers Knie brechen, sondern uns die Zeit nehmen, die wir dafür brauchen!“ Dass dabei der Faktor Zeit nicht ganz außer Acht gelassen werden könne, sei selbstverständlich; sowohl Stadtverwaltung als auch den Stadträten sei bewusst, dass das historische Rathaus zügig einer erneuten Nutzung zugeführt werden soll.
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