Biomüll als Rohstoffquelle

In die Biotonne dürfen zum Beispiel Speisereste, Eierschalen, Gemüse- und Obstabfälle, aber auch Kaffeefilter und Teebeutel sowie verwelkte Blumen, Laub, Unkraut, Moos, Gras- und Heckenschnitt, kleine Äste oder Zweige. Foto: © M. Schuppich/Fotolia.com
 
Aus dem Biomüll aussortierte Störstoffe. Foto: Fa. Eichhorn

LANDKREIS (pm/mue) - Über die Biotonne der Kreisbürger sammelt die Abfallwirtschaft des Landkreises Forchheim jährlich zirka 12.000 Tonnen Bioabfälle ein. Der Gesetzgeber schreibt vor, die Bioabfälle zu verwerten, „... soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist“. Wie in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Forchheim informiert wird, machen jedoch immer mehr Fremdstoffe in der Biotonne die Verwertung aufwändig und vor allem teuer.


Der Landkreis Forchheim lässt den Bioabfall gegen Zuzahlung über ein Unternehmen verwerten; dort werden die feineren und mittleren Anteile des Abfalls herausgesiebt, in einer Biogasanlage vergärt und in Strom für zirka 2.000 Haushalte, Fernwärme, Gas und flüssige Gärreste umgewandelt. Aus den gröberen Anteilen wird auf einer gesonderten Anlage des Unternehmens wertvoller Landwirtschaftskompost gewonnen. Dadurch ist es möglich, alle Bestandteile des Bioabfalls optimal und gesetzeskonform zu verwerten. Gleichzeitig wird damit ein lokaler Beitrag zur Energiewende geleistet. Allerdings sei zu beklagen, dass zirka 400 Tonnen der pro Jahr angelieferten Biomüllmenge aus Störstoffen bestehen, die weder der Vergärung noch der Kompostierung zugeführt werden können. Insbesondere seien dies Plastiktüten, Flaschen, Verpackungen und Getränkekartons – und oft auch Restmüll. Diese Störstoffe müssen aussortiert und im Müllheizkraftwerk verbrannt werden, die dafür anfallenden Kosten gehen zu Lasten des Gebührenhaushalts der Abfallwirtschaft, was sich wiederrum auf die Müllgebühren auswirkt.

Besonderen Ärger bereitet der Plastikanteil unter den Störstoffen. Kunststoff, zum Beispiel aus Plastiktüten, Verpackungen, Resten von Bauteilen, Möbeln usw. wird spröde und zerfällt in kleinste Teile. In den Anlagen, die der Landkreis Forchheim beschickt, sei es selbst unter Anwendung zusätzlicher Feinabsiebungen kaum zu vermeiden, dass Mikroplastik in den Landwirtschaftskompost gelangt, welcher aus dem Bioabfall gewonnen wird. Was Mikroplastik in landwirtschaftlich genutzten Böden anrichtet, sei noch nicht abzusehen und Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen. Klar sei jedoch, dass der Gesetzgeber die bisher noch erlaubten Grenzwerte für Fremdstoffe in Landwirtschaftskompost ab 2017 herabgesetzt hat. Damit verursachen Störstoffe im Bioabfall neben hohen finanziellen Aufwändungen allem Anschein nach auch negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.

Kein Gartenbesitzer würde wohl eine Plastiktüte oder einen Joghurtbecher auf seinen eigenen Kompost geben – genauso wenig dürfen diese Fremdstoffe in die Biomülltonne geworfen werden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Forchheim appelliert deshalb an die Nutzer von Biotonnen, nur die für die Biotonne zulässigen Stoffe einzugeben und wird in Zukunft wieder verstärkt den Inhalt der Tonnen kontrollieren. Wie es heißt, werden die Biotonnen bei Fehlbefüllungen nicht mehr mitgenommen. Übrigens: Biomülltüten aus Maisstärke sind zwar gut gemeint, haben jedoch nicht den gewünschten Effekt, weshalb sie ebenfalls aussortiert werden. Denn sie verrotten sehr langsam, stören die Technik der Biogasanlage und verschlechtern die Qualität des Komposts. Statt dessen sollte man zum Vorsortieren Papiertüten oder Zeitungspapier verwenden.
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