Museumsbahn als dampfendes Denkmal

Vor allem die Dampfloks der DFS sind ein Publikumsmagnet. Auch diese Lokomotive steht unter Denkmalschutz. Foto: Roland Rosenbauer

EBERMANNSTADT (rr) – Die Lokalbahn Ebermannstadt-Behringersmühle ist in die Denkmalliste aufgenommen worden.

Seit 1980 betreibt die Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V. (DFS) die 1976 von der Deutschen Bundesbahn stillgelegte Linie als Museumsbahn. Nur so konnte sie bis heute erhalten bleiben. Die 16 km lange, landschaftlich überaus reizvolle Strecke ist auch in eisenbahnhistorischer Hinsicht bemerkenswert, handelt es sich doch um die letzte in Bayern eröffnete Nebenbahn überhaupt. Rund 25.000 Fahrgäste erfreuen sich in jeder Saison an den historischen Zügen.

Um die Bahn und die dazu gehörigen Kunst- und Hochbauten langfristig und nachhaltig zu sichern, hat die DFS ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Strecke und ihre Bauwerke zu erfassen, zu dokumentieren und denkmalfachlich zu bewerten. Diese Arbeit ist abgeschlossen und bescheinigt die Denkmalwürdigkeit. Damit stehen alle Brücken, Gleise, Schwellen, Stützmauern und Durchlässe sowie die Bahnhöfe und viele der Fahrzeuge auf der Denkmalliste. Die Gutachter betrachteten auch die Rolle der Eisenbahn als Landschaftsgestalterin und ihre kulturlandschaftliche Einbindung.

Der Verein Verein Dampfbahn Fränkische Schweiz kann nun auf Fördergelder hoffen. Die anstehenden Sanierungen hätten die finanziellen und körperlichen Möglichkeiten überstiegen, denn der Verein muss 25.000 Schwellen, zehn Brücken, 100 Wasserdurchlässe und 16 Kilometer Schiene in Schuss halten. Jedes Jahr schneiden die Mitglieder die Bäume und Sträucher entlang der Bahnstrecke.

Schon länger als Denkmal gelistet ist die Hindenburgbrücke. Die gut erhaltenen Brücken seien typisch für die Zeit zwischen 1920 und 1930, steht in dem Gutachten. So schnell wie möglich muss die Stahlträgerbrücke bei Gasseldorf saniert werden. Der Beton weist Risse und Abplatzungen auf. Rund 100.000 Euro müssten hier rasch investiert werden, erklärt Werner Vierling, eines der Gründungsmitglieder der DFS, sonst müsse die Brücke in acht Jahren komplett erneuert werden. Das geht aus einem anderen Gutachten hervor.

Auch die Bahnhöfe wurden für das Gutachten unter die Lupe genommen. Der Bahnhof Behringersmühle ist noch in Privatbesitz. Die DFS würde ihn gerne erwerben, muss aber noch einen laufenden Rechtsstreit abwarten. Die historische Lagerhalle vor dem Bahnhof, zu der einst Gerste für fränkische Brauereien geliefert wurde, gehört dem Verein schon lange. Eine Projektgruppe, in der sich neben der Dampfbahn auch die angrenzenden Gemeinden, der Landkreis Forchheim und die Tourismuszentrale Fränkische Schweiz engagieren, möchte den Endbahnhof aufwerten. Angedacht ist sogar eine Seilbahn nach Gößweinstein. Realistischer erscheinen die Pläne für die Lagerhalle: dort soll ein Besucherinformationszentrum zum Thema „Burgen“ eingerichtet werden. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude könnte ein Café entstehen. Gesucht werden Investoren, die sich hier einbringen möchten. Der Bürgermeister von Gößweinstein, Hanngörg Zimmermann, rechnet mit einer Verdoppelung des Fahrgastaufkommens, sollten diese Pläne realisiert werden.
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