Deutsche Torlinientechnik feiert WM-Premiere

Frank Lampards Schuss im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika prallte von der Unterseite der Querlatte eindeutig hinter der Torlinie auf, Manuel Neuer hatte das Nachsehen. Schiedsrichter Jorge Larrionda gab das Tor allerdings nicht, am Ende verlor England 1:4 gegen Deutschland. Das nicht gegebene Tor sorgte für hitzige Diskussionen, die es nun mit der deutschen Torlinientechnik GoalControl nicht mehr geben soll. (Foto: Cameron Spencer/Getty Images)

REGION - Erstmals kommt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft die Torlinientechnik zum Einsatz. Ein „Wembley-Tor“ soll somit der Vergangenheit angehören.

Dirk Broichhausen fiebert mindestens genauso wie Spieler, Trainer oder Fans der WM in Brasilien entgegen. Der Geschäftsführer der Firma „GoalControl“ ist mächtig stolz, dass sein Unternehmen, das erste ist, das eine WM mit der Torlinientechnik ausrüstet. Nach dem erfolgreichen Test beim Confed-Cup vor einem Jahr in Brasilien und der FIFA-Klub-WM in Marokko hat die in Würselen bei Aachen entwickelte Technik „GoalControl-4D" ihren ganz großen Auftritt.
Diskussionen, ob der Ball drin war oder nicht, soll es nun nicht mehr geben. Dafür sorgen in allen Stadien jeweils 14 Hochgeschwindigkeitskameras, die um das Spielfeld herum angeordnet und auf beide Tore ausgerichtet sind. Sobald der Ball in Nähe der Torlinie ist, wird er automatisch in drei Dimensionen erfasst. Hat der Ball die Torlinie in vollem Umfang überquert, wird in Sekundenbruchteilen ein Signal an die Empfängeruhr des Schiedsrichters gesendet.
Ein Wembley-Tor wie 1966 oder das nicht gegebene Tor von Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 im Spiel Deutschland-England sollen somit der Vergangenheit angehören. Immerhin bis zu fünf Millimeter Genauigkeit schafft das System, wesentlich weniger als die von der FIFA vorgegebene Toleranzgrenze von 1,5 Zentimeter.
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