Ausstellung erinnert an die erste Deutsche Meisterschaft der SpVgg Fürth

Kleeblatt-Präsident Helmut Hack, Präsidiumsmitglied und Ausstellungsmacher Jürgen Schmidt und Museumsleiter Martin Schramm (v.li.n.re.) vor dem Meistermannschaftsfoto. (Foto: Norbert Mittelsdorf)

FÜRTH (web) - Es war ein spannendes und hochdramatisches Finale im Mai 1914 in Magdeburg. Am Ende behielt die SpVgg Fürth gegen den VfB Leipzig mit 3:2 Toren die Oberhand und wurde erstmals Deutscher Meister. Diesem historischen Ereignis ist eine Sonderausstellung im Fürther Stadtmuseum gewidmet.

Was heute die Meisterschale ist, war damals die Viktoria. Der Wanderpokal mit der römischen Siegesgöttin Viktoria auf einem massiven Quader wurde von 1903 bis 1944 dem Deutschen Fußball-Meister verliehen. Eine Kopie der mächtigen Trophäe ist Mittelpunkt und zugleich Blickfang der Ausstellung „100 Jahre Erste Deutsche Meisterschaft“ im Foyer des Stadtmuseums Fürth Ludwig Erhard.
Darüber hinaus sind noch einige besondere Exponate, wie etwa der original Meisterwimpel von 1914 oder ein hundert Jahre altes Buch mit gesammelten Bildern und Zeitungsausschnitten von 1914 zu sehen. Zudem wird auf reich bebilderten Tafeln und großen Fotos der Weg zur Meisterschaft nachgezeichnet.
Das Kleeblatt musste auf dem Weg zum historischen Titelgewinn gleich zwei Marathonspiele absolvieren. Als Süddeutscher Meister trafen die Fürther im Halbfinale auf den Berliner BC 03. Nach Ende der regulären Spielzeit stand es 2:2 und auch die Verlängerung brachte keine Entscheidung (3:3). So musste nach dem damaligen Reglement bis zur Entscheidung (heute „SuddenDeath“) gespielt werden. Der erlösende Siegtreffer zum 4:3 für die Franken fiel in der 146. Spielminute.
Das Finale am 31. Mai 1914 in Magdeburg gegen den noch amtierenden Meister VfB Leipzig musste die SpVgg weitestgehend ohne Anhänger bestreiten, hatte doch die Eisenbahndirektion Nürnberg (!) kurzfristig den beantragten Sonderzug nicht zur Verfügung gestellt. Und erneut ging es nach dem 1:1 in der regulären Spielzeit in die Verlängerung, in der Fürth wiederum in Führung geht, aber fast postwendend den Ausgleich kassiert. Das nächste Tor sollte die Entscheidung bringen, doch es dauerte noch bis zur 153. Spielminute, ehe Karl Franz wie schon im Halbfinale der entscheidende Treffer zum 3:2-Sieg der SpVgg Fürth glückte. Das 1903 gegründete Kleeblatt war erstmals in seiner damals noch jungen Geschichte Deutscher Fußball-Meister. Zwei weitere Titel sollten 1926 und 1929 folgen.
Die Ausstellung im Foyer ist noch bis 27. Juli zu sehen. Ausstellungsmacher und SpVgg-Präsidiumsmitglied Jürgen Schmidt hat zum Jubiläum auch ein Heft veröffentlicht, in dem zahlreiche, bisher noch nie gezeigte Fotos aus der Meistersaison abgedruckt sind. Die Broschüre ist an der Museumskasse erhältlich.
www.stadtmuseum-fuerth.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.