Erinnerung an ein Stück Fürther Kirchengeschichte

In der kleinen Holzkirche wurden regelmäßig Gottesdienste abgehalten bis... (Foto: Privat)

FÜRTH - Am 22. Februar 1945 wurde die sogenannte „Martinskapelle“ bei einem Bombenangriff auf Fürth zerstört. Eine Ausstellung und ein Gottesdienst in der jetzigen Martinskirche in der Hochstraße sollen an dieses Ereignis erinnern.

Nachdem im Oktober 1922 der erste Geistliche, Pfarrer Fritz Käferlein, eingeführt wurde, fanden daraufhin regelmäßig Gottesdienste im Betsaal in der Vacher Straße 23 (damals noch Flughafenstraße) statt. Für die stetig wachsende Gemeinde wurde der Betsaal allmählich zu klein und so kaufte man im Sommer 1927 für 3000 Mark eine 40 Meter lange ausgediente Flughafenbaracke, aus der innerhalb von drei Monaten eine Notkirche entstand. Die Martinskapelle bot Platz für 250 Menschen, kostete 32.000 Mark.
Bereits im September 1944 fiel bei einem Luftangriff auf Fürth eine Brandbombe auf die Kirche, der Blindgänger richtete jedoch keinen größeren schaden an. Anders am 21. Februar 1945. Bis auf die Grundmauern brannte die kleine Holzkirche bei einem erneuten Brandbombenangriff ab. Mit vereinten Kräften konnten damals die meisten Einrichtungs- und Ausschmückungsgegenstände, so das Kruzifix, die heiligen Gefäße, der Altar und die Altarsbekleidung, die Bilder und ein Kronleuchter gerettet werden, wie es in der Kirchenchronik festgehalten steht. Nur knapp fünf Jahre später wurde die neue Martinskirche an der Hochstraße errichtet.
Dort findet am Sonntag, 22. Februar (9.30 Uhr), ein Gedenkgottesdienst statt, um 19 Uhr wird die Ausstellung „Die Martinskapelle in Fürth – Von den Anfängen bis zur Zerstörung“ eröffnet. Sie umfasst 17 Tafeln mit Fotos und Dokumenten aus Keller und Archiven, sakrale Gegenstände aus der Martinskapelle sowie persönliche Berichte von Zeitzeugen. Aber auch an die Zerstörung anderer Kirchen und der Fürther Synagoge wird erinnert.
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