Im Gustavstraßenstreit will die Stadt den Wirten den Rücken stärken

Hochgeklappte Stühle, geschlossene Freischankflächen - ein Szenario in der Gustavstraße, das weder OB Thomas Jung noch der Großteil der Bevolkerung möchte. Foto: Ebersberger

FÜRTH - (web) Die von der Stadt angestrebte Bebauungsplanänderung für die Gustavstraße stößt bei den Bürgern auf breite Zustimmung. Mehr als 500 äußerten sich im Rahmen einer Bürgerbeteiligung, fast alle befürworten eine Änderung.

Oberbürgermeister Thomas Jung freute sich über die „hohe Beteiligung“, noch mehr aber auch über die 497 positiven Stimmen von insgesamt 508 Meldungen. Das zeige auch deutlich, so Jung weiter, wie „isoliert“ die Dauerkläger und Beschwerdeführer gegen den angeblichen Kneipenlärm in der Gustvstraße dastehen. Gerademal elf Bürger sprachen sich gegen eine Änderung aus, davon wohnen drei im Geltungsbereich rund um die Gustavstraße (insgesamt 2444!), vier besitzen dort Immobilien.
In diesem Zusammenhang wählte Jung auch sehr drastische Worte und sprach von „Vernichtungswillen“ und der dabei bewusst in Kauf nehmenden „Existenzzerstörung“ von Seiten der Kläger. Wer den Gastwirten die Freischankflächen nehmen oder sie zumindest unverhältnismäßig einschränken möchte, der will auf lange Frist „die Gastronomie in der Gustavstraße vernichten“, erklärte das Stadtoberhaupt. Hier werde Tradition und Heimat zerstört.
Von Seiten der Stadt habe man „schon genug getan“, nachgeben wolle man jetzt nicht mehr. Das Weinfest wurde gestrichen, Fußballfeiern wurden nicht mehr genehmigt, das Fürth Festival hat keine Bühne mehr in der Gustavstraße, beim Grafflmarkt ist nur noch Ausschank bis 24 Uhr (Statt 2 Uhr) erlaubt. Sogar EM-Übertragungen wurden abgehnt. Dennoch, so ein enttäuchter Oberbürgermeister, sei die Klagewut nicht abgeebbt („Es geht fröhlich weiter“).
Die Änderung des Bebauungsplanes für das Gebiet rund um die Gustavstraße sieht eine Angleichung an die modernen Lebenssituationen vor. Der bislang übermäßige Schutz der Anwohner zu ungunsten der Gastronomie soll in ein gleichberechtigtes Miteinander von Gewerbe und Wohnen umgewandelt werden. Dabei sollen Spielhallen und Wettbüros weiterhin ausgeschlossen werden.
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