Jüdische Filmtage Fürth feiern im Babylon Premiere

FÜRTH - (web) Vom 19. bis 22. Februar finden im Babylon Kino Fürth die Jüdischen Filmtage statt - erstmals in der Metropolregion.

Die Idee dazu hatte Christian Ilg „schon lange im Kopf“. Im vergangenen Jahr sah er die Zeit gekommen für die 1. Jüdischen Filmtage in Fürth, erklärte der Babylon-Geschäftsführer. Mit Daniela Eisenstein hatte er auch gleich eine Mitstreiterin gefunden. Auch im Jüdischen Museum Fürth sei man schon länger mit dieser Idee „schwanger gegangen“, erklärte die Leiterin des Museums. Lediglich das Know-how habe gefehlt. Im Sommer 2014 machte man Nägel mit Köpfen und startete mit den Vorbereitungen.
Von Beginn an war klar, dass man Filme zeigen möchte, die Klischees aufbrechen, die die Gegenwart des weltweiten jüdischen Lebens in seiner ganzen Vielfalt dem Publikum näher bringen. Man wollte sich nicht auf den Nationalsozialismus fokussieren oder gar die „Schtetlromantik“ bedienen, wie es Tobias Lindemann vom Babylon formulierte. Immerhin sei auch das Konzept des Jüdischen Museums sehr gegenwartsbezogen, ergänzte Eisenstein.
Die Beiträge der Jüdischen Filmtage - insgesamt stehen 14 Werke auf dem Programm - lassen sich in drei Sparten unterteilen, so Lindemann, der federführend bei der Filmauswahl war. Zentrales Thema sind schwule Filme, dazu kommen Dokumentationen und andere Spielfilme wie etwa der schwarzhumorige Eröffnungsstreifen „Am Ende ein Fest“ (19. Februar, 19.30 Uhr). Darin will eine Gruppe von Senioren einem Altersgenossen mit Hilfe einer selbst entwickelten Maschine das Sterben erleichtern. Doch bald schon beginnt in Jerusalem ein wahrer Hype um die sagenhafte Maschine.
Zum Hauptthema „Schwule Filme aus Israel“ werden am 20. und 22. Februar auch sieben preisgekrönte Kurzfilme gezeigt. Im Anschluss an den Film „Du sollst nicht lieben“ (21. Februar, 20 Uhr), der von Kritikern schon als jüdischer „Brokeback Mountain“ geadelt wurde, findet eine Podiumsdiskussion „Schwul und jüdisch früher und heute“ statt.
Als eines der Highlights in der Sparte Dokumentarfilme sieht Lindemann vor allem den Claude Lanzmann-Film „Der letzte der Ungerechten“ (22. Februar, 17 Uhr), in dessen Mittelpunkt ein Interview mit dem Rabbiner und Nazi-Funktionär Benjamin Murmelstein steht. Mit jungen jüdischen Künstlern beschäftigt sich „Punk Jews“ (20. Februar, 21.30 Uhr).
Die Jüdischen Filmtage im Babylon-Kino sollen keine Eintagsfliege bleiben, sondern jährlich mit einem Schwerpunktthema stattfinden, sind die Macher einig. Für 2016 will man auch mit dem Klezmer-Festival kooperieren, auch an ein Angebot für Schulen ist gedacht. Für die Premiere in diesem Jahr, sei die Zeit hierfür leider zu kurz gewesen, bedauert Daniela Eisenstein.
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