Weichen ermöglichen 20-Minuten-Takt der S-Bahn nach Erlangen

Nach der Vertragsunterzeichnung am S-Bahn-Haltepunkt Fürth-Unterfarrnbach bedankte sich Fürths OB Thomas Jung (li.) bei Verkehrsminister Joachim Herrmann (re.) für dessen Unterstützung. Volker Hentschel (DB Netz AG) unterstrich jedoch nochmals, dass die Bahn weiterhin am Verschwenk durch das Knoblauchsland festhalten will und der vereinbarte Einbau der Weichen am Fürther Bogen nur als Interimslösung zu sehen ist. Foto: Ebersberger
 
Damit das Angebot für die vielen Nutzer der S-Bahn von Nürnberg nach Erlangen verbessert werden kann, werden am Fürther Bogen zunächst drei Weichen eingebaut. Foto: Ebersberger

FÜRTH/REGION - Ab dem Frühjahr 2019 sollen zwischen Nürnberg und Erlangen drei S-Bahnzüge pro Stunde und in jeder Richtung verkehren. Dafür sollen drei Weichen am Fürther Bogen sorgen.

Bayerns Verkehrsminister Joachim Herrmann unterzeichnete an der S-Bahnhaltestelle in Fürth-Unterfarrnbach gemeinsam mit dem Produktionsleiter im Regionalbereich Süd der DB Netz AG, Dr. Volker Hentschel, die dazu notwendige Planungsvereinbarung. "Mit dieser Zwischenlösung soll der bis Ende 2016 fertig gestellte "Fürther Bogen" provisorisch an die bestehende Bahntrasse angebunden werden. Damit können bis zur frühest möglichen Fertigstellung des "Fürther Verschwenks" Ende 2021 bereits ab Frühjahr 2019 die Fahrgäste des fahrgaststärksten Astes der Nürnberger S-Bahn in den Genuss eines verbesserten S-Bahnangebotes kommen. Ein drittes Gleis ist für einen stabilen und exakten 20-Minuten-Takt künftig jedoch zwingend erforderlich", erläuterte Herrmann.
Generelles Ziel sei es, den gesamten S-Bahn Betrieb auf der Achse Nürnberg-Fürth-Erlangen nach Fertigstellung der dafür notwendigen Schieneninfrastruktur durch die Deutsche Bahn zu verdichten und die S-Bahn exakt im 20-Minuten-Takt verkehren zu lassen.
Allerdings besteht für das dazu notwendige dritte Bahngleis noch kein Baurecht. Zwar hat das Eisenbahnbundesamt den Planfeststellungsbeschluss über die Verschwenktrasse mit den neuen Haltepunkten Stadeln und Steinach Ende Januar 2014 erlassen. Gegen ihn wird allerdings beim Bundesverwaltungsgericht geklagt. Dieses ordnete im Oktober 2014 im einstweiligen Rechtsschutzverfahren die aufschiebende Wirkung der Klagen an, sodass der Baubeginn erst nach der Entscheidung in der Hauptsache erfolgen kann. Mit einer Entscheidung in der Hauptsache sei laut Herrmann nicht vor dem Frühjahr 2016 zu rechnen, so dass erst frühestens Ende 2021 der Verschwenk fertig sein dürfte.
Die negativen Auswirkungen dieser Verzögerung soll nun mit dem Einbau der Weichen möglichst begrenzt werden. Der Vorschlag kam dabei von Seiten der Stadt Fürth, den das Innenministerium gern aufnahm und darüber mit der Bahn verhandelte.
Die Interimslösung sieht vor, den im Bau befindlichen und bis Ende 2016 fertiggestellten Fürther-Bogen durch mehrere Weichen im Bereich Fürth-Unterfarrnbach an die Bestandsstrecke anzubinden. Die Planungen sollen so abgeschlossen werden, dass nach weiteren vorbereitenden Maßnahmen 2018 mit dem Einbau der Weichen begonnen werden kann. Die Kosten für den Einbau der Weichen und die sonstigen notwendigen Maßnahmen betragen inklusive Planungskosten nach aktueller Schätzung ca. 2,6 Millionen Euro. Herrmann: "Durch die Übernahme der Planungskosten in voller Höhe leistet der Freistaat Bayern einen wichtigen verkehrspolitischen Beitrag für die Metropolregion Nürnberg.“"
Laut Herrmann sind sich Deutsche Bahn und Freistaat jedoch bewusst, dass ein exakter 20-Minuten-Takt nicht mit der Interimslösung, sondern nur mit einem weiteren dritten Gleis erreicht werden kann.
Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung Nach dem heutigen Vororttermin mit Innenminister Joachim Herrmann zum Thema geplanter S-Bahn-Verschwenk begrüßt Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung begrüßte die Entscheidung, mit dem – zunächst provisorischen - Anschluss des „Fürther Bogens“ an die bestehende Bahntrasse die notwendige Infrastruktur für den S-Bahn-Verkehr in der Region bereitzustellen.
Jung fordert nun alle Beteiligten in der Region auf, gemeinsam mit der Bahn und dem Freistaat in einen Dialog einzutreten, der aus Sicht der Stadt Fürth zum Ziel haben sollte, den Bau des dritten S-Bahn-Gleises auf der Bestandstrasse zu realisieren. Die Bahn hält derzeit jedoch weiter am Plan eines Verschwenkes der Strecke durch das Knoblauchsland fest.
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