Veranstaltungssaal oder Wohnbebauung - Bürgerentscheid am 1. März in Rednitzhembach

Erster Bürgermeister Jürgen Spahl am Rande der Wiese präsentiert ein Luftbild, auf dem der Bauplatz des Konzertsaals mit einem blau-farbenen Oval eingezeichnet ist. (Foto: Victor Schlampp)
 
An der Plakatwand am Bahnhof machen Befürworter und Gegner des neuen Veranstaltungssaales auf ihr Anliegen aufmerksam. (Foto: Victor Schlampp)

REDNITZHEMBACH - Die Gemeinde plant den Neubau eines modernen Veranstaltungs- und Konzertsaals auf der Wiese neben dem Gemeindezentrum im Bereich der Schützenstraße. Eine Bürgerinitiative hat rund 1.600 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Am 1. März kommt es deshalb zum ersten Mal in Rednitzhembach zu einem Bürgerentscheid.

Dabei stehen zwei Vorgehensweisen zur Abstimmung. Zum einen das sogenannte Ratsbegehren. Darin spricht sich die Mehrheit des Gemeinderates für den Bau des Veranstaltungssaals aus. Die Geldmittel seien bereits vorsorglich im Haushalt 2015 und der Finanzplanung 2016 bis 2018 eingestellt worden. Die Mehrheit im Gemeinderat sieht mit dem neuen Konzertsaal vor allem einen Imagegewinn. Im Gegensatz zur Gemeindehalle, die vor jeder Veranstaltung neu bestuhlt werden müsse und die nur den vorderen Reihen einen guten Blick auf die Bühne erlaube, würde der neue Saal mit höhenversetzten Zuschauerrängen optimale Sichtverhältnisse schaffen. Die Gemeinde wolle sich damit in Konkurrenz zu den Nachbargemeinden einen attraktiven Veranstaltungssaal präsentieren und den örtlichen Gruppen, wie etwa Theater Rednitzhembach oder der Jugendkapelle, beste Aufführungsmöglichkeiten bieten. Für die Besucher sei eine Verdoppelung öffentlicher Stellplätze im Bereich Gemeindezentrum sowie ein Parkleitsystem und eine Verkehrsüberwachung geplant.

Einige Bedenken

Genau hier hakt das Bürgerbegehren ein, das den Bau des Veranstaltungssaales verhindern will. Die Initiatoren verweisen auf die enge Wohnbebauung in diesem Bereich. Es gebe zwar einige Parkmöglichkeiten im Umkreis, aber keinen zentralen Parkplatz. Außerdem seien die Kapazitäten jeweils stark begrenzt. Für den geplanten Neubau eines Parkdecks am dem Langenberger-Parkplatz gebe es bisher weder eine Eigentümerzustimmung noch eine Machbarkeitsstudie (eventuelle Probleme mit der Statik). Auch ein teures Parkleitsystem werde lärmintensives Parkplatzsuchen in unmittelbarer Nähe des geplantes Saales nicht verhindern, der sich ja durch die Entwicklung der letzten Jahrzehnte mitten in einem verkehrsberuhigten Wohngebiet befinde. Außerdem wird die grundsätzliche Notwendigkeit eines solchen Saales bezweifelt. In Roth, Wendelstein und Schwabach gebe es ausreichend Veranstaltungshallen, die von 100 bis 700 Gästen Platz böten. Zusätzlich finde man in vielen Ortschaften Kleinkunstbühnen. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens weisen außerdem darauf hin, dass die feste Bestuhlung die Nutzungsmöglichkeiten des geplanten Veranstaltungssaales stark einschränken. Zudem gäbe es keine ausreichende Kalkulation für die Kosten, die im laufenden Betrieb in der Folgezeit auf die Gemeinde zukommen werden.

Die Wiese kommt weg

Egal, ob man für oder gegen die Erweiterung des Gemeindezentrums um einen Konzertsaal eintritt, die betreffende Wiese ist weder geschützter Grünbereich, noch von der Gemeinde als Spielareal ausgewiesen, sondern wie bereits seit 1985 weiterhin als Bauland geplant. Dass der Bereich nach 30 Jahren immer noch brach liegt, ist vor allem dem Zufall geschuldet. So hatte es beispielsweise in den 90er Jahren Planungen zum Bau eines Seniorenwohnheims gegeben. Doch die Fläche war klein. Doch wie bereits in der Bürgerversammlung 2014 angekündigt, will die Mehrheit im Gemeinderat dieses Provisorium nun beenden. „Für den Fall, dass das Bürgerbegehren erfolgreich verlaufen würde, behält nach der geltenden Rechtslage der Bebauungsplan Nr. 7 automatisch seine rechtsverbindliche Gültigkeit. Dann wird dieses Grundstück nicht mehr mit einem Veranstaltungssaal, sondern mit einer mehrgeschossigen Wohnbebauung bebaut“, so Bürgermeister Jürgen Spahl im EXTRA-Bürgerbrief.
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