Berauschende Konzerte des Dehnberger Hof Chores

Der Dehnberger Hof Chor zusammen mit dem Orchester und Dirigentin Heike Henning (Foto: privat)
 
Alle Beteiligten (Foto: privat)

Am vergangenen Wochenende war das Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der St. Bonifatius Kirche in Röthenbach a. d. Pegnitz in zwei unterschiedlichen Konzerten zu hören: Unter dem Titel „Und es ward Licht“ erklangen sowohl ein Familienkonzert (verkürzte Form des Oratoriums) als auch eine konzertante Aufführung des Gesamtwerkes.



Der Dehnberger Hof Chor mit seinen knapp 80 Sängerinnen und Sängern überzeugte in beiden Konzerten mit stimmgewaltigem, differenziertem und virtuosem Chorklang unter dem präzisen und motivierenden Dirigat seiner Chorleiterin Prof. Dr. Heike Henning. Ebenso überzeugten auch die drei Solostimmen Anja Fidelia Ulrich (Sopran/Gabriel/Eva), Taeseok Oh (Tenor/Uriel) und Daniel Dropulja (Bass/Raphael/Adam). Mit flexiblem und lyrischem Klang präsentierte Ulrich gekonnt die virtuosen Passagen in den einzelnen Arien, Duetten und Terzetten. Der junge Tenor Oh wechselte spielend zwischen lieblich weichen, mit warmem Timbre gesungenen und heldentenorhaften Stimmklängen, wie sie bspw. das Rezitativ „In vollem Glanze“ vereint. Der Bassist Dropulja meisterte die in seiner Partie geforderten unterschiedlichen Stimmlagen mit Bravour und überzeugendem Ausdruck. Besonders spielerisch und mit Singfreude erklang das Duett „Holde Gattin“ des dritten Teils. Henning führte Chor, Orchester (34 Instrumentalisten und Instrumentalistinnen) und Solisten gekonnt und einfühlsam zu einer harmonischen und ausgewogenen Einheit zusammen. Schon in den ersten Takten der beiden Aufführungen, bei der Vorstellung des Chaos, konnte man die Souveränität des Orchesters erleben: Besonders ausdrucksstark wirkten die Solopartien der Holzblasinstrumente (Flöten: David Alamo, Christine Theuerkauf, Antonia Theuerkauf; Oboen: Beatrix Köhler, Pei-Shan Ruf; Klarinetten: Sandra Bazail, Andreas Engelhart; Fagotte: Ohmori Shunsuke, Susanne Fassnacht und Kontrafagott: Ingrid Hausl) und die Tuttipassagen mit Pauken (Rainer Weber) und Trompeten (Felix Krampf, Nikole Steinhäuser).

Im Familienkonzert agierten gleich sechs unterschiedliche Gruppen harmonisch miteinander: die 80 Sängerinnen und Sänger des Dehnberger Hof Chores, das Orchester sowie die drei GesangsolistInnen zusammen mit den Kinderchören „die KroChordile der Waldschule Rückersdorf“ (30 Sängerinnen und Sänger), und „die Jungen Meistersinger“ der Hochschule für Musik Nürnberg (knapp 40 Sängerinnen und Sänger), eine Kindertanzgruppe der Hochschule für Musik (12 TänzerInnen) mit Ihrer Leiterin Sabrina Förner, welche zudem die Kinderchöre am Klavier begleitete sowie die Märchenerzählerin Andrea Gonze. 200 Mitwirkende feierten die Schöpfung, ließen die Welt in den 75 Minuten aus dem Nichts musikalisch, bildlich und tänzerisch entstehen: Vom Chaos zur Ordnung, von der Dunkelheit zum Licht und zum Leben von Pflanzen, Mensch und Tier. Zu Beginn des Konzertes wurden die Zuschauer von sich steigerndem Chaos in Form von durcheinander gesprochenen Wörtern und Satzteilen empfangen, bis dieses chaotische Sprechgewirr urplötzlich abbrach und die farbenreiche Musik Joseph Haydns erklang und Ordnung brachte. Neben ausgewählten Stücken aus der Schöpfung ertönten in der St. Bonifatius Kirche von Heike Henning thematisch sehr passend ausgewählte Kinderlieder, die zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken anregten und von den KroCHORdilen sowie den Jungen Meistersingern melodisch und textlich sicher, zum Teil solistisch (Solo: Jule Bergmann und Leni Gottwald) oder im Kanon vorgetragen wurden. Dabei sangen die Kinder im Raum verteilt mit hellem kopfstimmigen intonationsreinem Klang und betteten die Zuhörer in den weichen Klang ihrer Kinderstimmen ein Die Kinder der Tanzgruppe führten passend zur Musik bzw. aus ihr entstehende sehr ausdrucksstarke Choreographien auf. Durch das Konzert führte die Märchenerzählerin Andrea Gonze, welche die Schöpfungsgeschichte mit den anrührend geschriebenen Texten von Kristina Glücker lebendig erzählte, wobei sie sowohl Kinder als auch Erwachsene in ihren Bann zog. Parallel zu Musik und Text entstand auf Leinwänden aus dem anfänglichen schwarzen Nichts eine Welt mit Pflanzen, Tieren, Sternen sowie Adam und Eva, von denen Haydn in seiner Schöpfung erzählt. Alle Gruppen überzeugten dabei durch ihr sicheres und Freude ausstrahlendes Auftreten, womit das von Heike Henning konzipierte abwechslungsreiche und familiengerechte Konzert zu großem Erfolg führte.

Bei beiden Konzerten gelang es den engagierten und merklich von Singfreude erfüllten Sängern und Sängerinnen des Dehnberger Hof Chores unter dem mitreißenden und präzisen Dirigat Heike Hennings den zahlreichen Zuschauern die affektreiche und bildstarke Musik Haydns näher zu bringen. Alle Beteiligten musizierten auf hohem Niveau und wurden am Ende der jeweiligen Aufführungen durch rauschenden Applaus und stehende Ovationen belohnt.
Impressionen unter: www.dehnberger-hof-chor.de oder unter www.facebook.com/DehnbergerHofChor

Text: v.Streit
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