Eindrucksvolle Misa Tango Aufführung von Martín Palmeri in der Laufer Johanniskirche

  Lauf: Johanniskirche | Das Konzert in der gut besuchten Johanniskirche wurde durch die Solisten instrumental und Gesang eröffnet. In der Reihenfolge interpretierten am Klavier Laurent Bourreau, Lehrer an der Musikhochschule von Brive, die 14. ungarische Rhapsodie von Franz Liszt und am Bandoneon Lysandre Donoso aus Paris, Sohn eines chilenischen Vaters und einer französischen Mutter, das Stück „Sus ojos se cerraron“ (Ihre Augen haben sich geschlossen). Zu zweit spielten dann Lysandre Donoso und Laurent Bourreau „Oblivion“ einen Tango von dem argentinischen Komponisten Astor Piazzolla.
Zum Abschluss des ersten Teils sang Renate Kaschmieder, die berühmte Mezzosopranistin aus Altdorf, drei Lieder von Franz Schubert: „Auf dem Wasser zu singen“, „Du bist die Ruh“ und „Rastlose Liebe“ am Kalvier flott begleitet durch die flinken Finger von Laurent Bourreau.
Auf diese gelungene Einstimmung folgte „Misa Tango“ von Martin Palmeri mit dem Choeur Régional de la Vézère. Nach Mittelfranken reisten etwa vierzig von sonst sechzig aktiven Mitgliedern. Einige von ihnen traten bereits 2005 in Schwaig und Lauf auf. Der vierstimmige Chor mit Sitz in Saint-Pantaléon-de-Larche, knapp sieben Kilometer westlich von der Laufer Partnerstadt Brive-la-Gaillarde entfernt, rekrutiert seine Mitglieder aus den Départements Corrèze, Lot, Dordogne und sogar Cantal, daher der Name „Régional“. Chorleiter François Terrieux ist hauptamtlich als Chorleiter in Toulouse tätig und probt einmal monatlich mit dem Chor in Pantaléon-de-Larche. Während seines Studiums sammelte er Erfahrungen bei Knabenchören in Leipzig, Mainz, Hannover und verbrachte darüber hinaus fünf Monate in Hamburg im Rahmen des Erasmus Bildungsprogramms der EU. Natürlich üben die Chormitglieder nicht nur einmal im Monat, um zu diesem professionellen Klang zu gelangen, die Proben mit François Terrieux geben ihnen aber den letzten Schliff für solche grandiosen Auftritte
Palmeri, argentinischer Tango-Arrangeur und Chorleiter ist mit seiner „Missa Tango“ eine wundervolle Synthese aus dem lateinischen Messetext und dem argentinischen Tango gelungen, getragen von den sanften, melancholischen, oft feurigen Klängen des dem Akkordeon ähnlichen Bandoneons, das eigentlich eine deutsche Erfindung ist.
Diese Zusammenführung von zwei scheinbar widersprüchlichen Charakteren, der festen katholischen Liturgie und dem Rhythmus betonten Tanz, ist ziemlich überraschend, denn der Tango, der sich durch weiche Melodien und teuflischen Rhythmus auszeichnet, galt lange Zeit als verrucht und war sogar von der Kirche verboten. Zu unserem großen Vergnügen hat sich der Zeitgeist geändert.

Für den Choeur Régional de la Vézère, der im Schnitt bis zu sechs Konzerte pro Jahr gibt, war es in Lauf die vierte Aufführung von Misa Tango. Diese erstklassige Darbietung fand auch im Rahmen der 30 Jahre der Städtepartnerschaft zwischen Lauf und Brive statt. Diese wurde nämlich am 11. Mai 1985 zwischen den damaligen Bürgermeistern Jean Charbonnel und Rüdiger Pompl unterzeichnet.
Am Vortag in Schwaig hatte 2. Bürgermeister Norbert Maschler dem Chor aus dem Limousin die Willkommensgrüße der Stadt Lauf überbracht. Seinerseits übermittelte Yves Laumont, zweiter Vorsitzende des französischen Chores, nach dem Laufer Konzert bei dem geselligem Beisammensein im Festsaal des Alten Rathauses, an der Stelle wo der Städtepartnerschaftsvertrag unterschrieben wurde, ein Schreiben von dem Briver Bürgermeister Frédéric Soulier für Bürgermeister Bisping.
Im Vorfeld des Konzerts nahmen die französischen Gäste an einer Stadtführung teil, bei der sie von der Laufer Geschichte und Kaiser Karl IV. besonders beeindruckt waren.
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