In Unserer Kalligrafie-Schule in Lauf a.d. Pegnitz

eine Grußkarte schön gestaltet. (Foto: Classic Calligraphy)

Liebe Freunde der schönen Handschriften!

Die englische Schreibschrift, ist für den Kalligraphen sicher nicht die einfachste unter den Schriften. Durch ihre leichte, schwungvolle Form glaubt man, dass sie einfach auszuführen ist.

Dank der Erfindung von hoch elastischen Stahlfedern fand sie auch Einlass in die Schreibstuben und den Schulen. In der Folge entwickelte sich die Anglaise, bei der jeder Formfehler sofort sichtbar wird.

Die Anglaise lebt von immer in ovaler Form gehaltenen Buchstaben mit dünnen Aufstrichen und dicken, betonten Abstrichen. Sie verlangt beim Schreiben die richtige Federhaltung, die es ermöglicht, dass beim Aufstrich die Feder nicht im Papier hängen bleibt - und beim betonten Abstrich nicht einer der sich spreizenden Füße hüpft und der andere durch zu starke Belastung abbricht.

Die Auf- und Abstriche müssen langsam gezogen bzw. gestoßen werden; dabei ist darauf zu achten, dass der angewinkelte kleine Finger und der Ringfinger als Verbindung zum Papier die Auflagestärke der Feder feinst möglich regulieren.

Im Gegensatz zu vielen anderen Schriften, die in der Regel mit der Bandzugfeder geschrieben werden, benützt man für die Anglaise die Spitzfeder, was kein leichtes Unterfangen ist. Obwohl diese Schrift sehr reizvoll ist in ihrer anmutigen Art, lässt sie doch jedes Zögern und jeden Fehler unmittelbar sichtbar werden, so dass wir dazu gezwungen sind, diese Technik, einem leichten Violinsolo gleich, langsam und mit Bedacht auszuführen.
Text mit freundlicher Erlaubnis aus Scriptorium Rheinfall Basel

Mit freundlichen Grüßen, Gunter Kaufmann
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