500 Jahre bayerisches Reinheitsgebot: Mit großen Schritten zum Bierjubiläum

Prost auf 500 Jahre Reinheitsgebot: Braumeister Christoph und Dieter Gewalt von der Steinbach Bräu (Foto: Tourismusverband Franken e.V. Nürnberg)

Region - Vorbereitungen für das große Jubiläum „500 Jahre Reinheitsgebot“ / Spätsommerliche Bierfeste und Kirchweihen / „HopfenBierGut“ in Spalt / Bierkultur in den Freilandmuseen / Vielfältige Biererlebnisse für Stadtentdecker, Wanderer und Radfahrer

Franken ist die Heimat der Biere: Nirgendwo sonst findet man eine Region mit mehr Brauereien pro Einwohner als hier. Als Quelle der Bierkultur sorgen die rund 300 Brauereien des Urlaubslands für eine einzigartige Vielfalt an Biersorten. Deshalb ist Einheitsgeschmack definitiv nicht das Bier der fränkischen Brauer: Schließlich schmeckt jeder Sud ein bisschen anders – je nachdem, welches Quellwasser, welchen Hopfen und welches Malz der Brauer verwendet hat. Praktischerweise ist Franken an allem, was laut dem „Bayerischen Reinheitsgebot“ ins Bier darf, reich. Da wundert es nicht, dass schon jetzt ein großes Jubiläum seine Schatten voraus wirft: 2016 ist es 500 Jahre her, dass eben dieses Bayerische Reinheitsgebot verkündet wurde.

Ein Machtwort gegen Stechapfel und Fliegenpilz

Am 23. April 1516 verkündete der bayerische Herzog Wilhelm IV. das „Bayerische Reinheitsgebot“ und verbot damit, dass so abenteuerliche Zutaten wie Ruß, Kreidemehl, Stechapfel oder Fliegenpilz im Bier landeten. Doch eigentlich waren die Franken etwas schneller mit dem Reinheitsgebot: Genauer gesagt bestimmte bereits 27 Jahre davor der Bamberger Fürstbischof Heinrich III. in der „Umgeldordnung“ vom 12. Oktober 1489, dass „nicht mere denn Malz, Hopfen und Wasser“ für das Bierbrauen zu nehmen sei.

Natürlich lässt es sich Bamberg dennoch nicht nehmen, 2016 das „Bayerische Reinheitsgebot“ gebührend zu feiern – ist es doch mit seinen rund 70 Braustätten in Stadt und Umland, zwei Mälzereien, der weltweit ältesten Brauereimaschinenfabrik, mit Brauereimuseum, Bierakademie und Aktionen rund um den Gerstensaft eine fränkische Bierstadt par excellence. Die Planungen für das Jubiläumsjahr sind deshalb bereits in vollem Gange. So verwandelt sich rund um den 23. April – dem „Tag des Bieres“ – der Maxplatz in eine Genussmeile rund ums Bier. Beschließen wird das Festjahr außerdem vom 18. bis 20. November 2015 ein großes Bierfestival (www.bamberg.info/bier).

Zwischen Büchsenknall und Biergipfel

Zum Jubiläum lädt auch das „Fränkischen Bierfest“ in Nürnberg ein (25. bis 29. Mai 2016). Gefeiert wird im Burggraben, was das Fest zum „längsten Biergarten Europas“ macht und wo Sonderaktionen, Verlosungen und weitere Überraschungen das Reinheitsgebot in den Mittelpunkt stellen (www.tourismus.nuernberg).

Auch in den fränkischen Urlaubslandschaften mit ausgeprägter Bierkultur laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Vormerken kann man sich bereits in der Fränkischen Schweiz die kulinarischen „BierWochen (10. Februar bis 23. April 2016), den Besuch des „bierig geschmückten Osterbrunnens“ im Gößweinsteiner Ortsteil Kleingesee, den Saisonauftakt auf dem Fünf-Seidla-Steig (23. April 2016) und die Sonderausstellung „Beten, Bier & Büchsenknall“ zur Geschichte des Annafestes im Forchheimer Pfalzmuseum (Ende Juli / Anfang August 2016). Einen Höhepunkt setzt die Fränkische Schweiz außerdem mit dem ersten „Fränkischen BierGipfel“ in der Gemeinde Aufseß (September 2016, www.fraenkische-schweiz.com).

Selbst Urlaubsregionen, die sonst eher für ihre Weine bekannt sind, zeigen 2016 ihre bierkulturelle Seite. So ist im Lieblichen Taubertal eine Wanderausstellung mit den Schwerpunkten „Regionale Brauereien“, „Geschichte des Brauens an der Tauber“ und „Bier als Genuss“ vorgesehen. Sie ergänzt drei neue Bierrundwanderwege und viele Aktionen in den Brauereien des Lieblichen Taubertals (www.liebliches-taubertal.de).

Beste Zeit für Bierfeste

Noch sind es einige Monate, bis das Jubiläumsjahr beginnt und mit dem „Tag des Bieres“ am 23. April 2016 so richtig Fahrt aufnimmt. Grämen müssen sich Bierliebhaber deswegen nicht, denn in der Zwischenzeit laden viele fränkische Bierfeste zum Mitfeiern ein. Vom Kellerfest in Titting im Naturpark Altmühltal (21. bis 23. August 2015) über das Kronacher „Freischießen“ (noch bis 23. August 2015) im Frankenwald bis zum Fichtelberger Oktoberfest (25. bis 27. September 2015) im Fichtelgebirge ist vieles geboten. Und dann ist im fränkischen Spätsommer Hochsaison für die traditionellen Kirchweihen. Großereignisse wie die Sandkerwa in Bamberg (20. bis 24. August 2015) oder die Michaeliskirchweih in Fürth (3. bis 14. Oktober2015) gehören genauso dazu wie die Limmersdorfer Lindenkirchweih in der Fränkischen Schweiz (29. August bis 1. September 2015) oder im Fränkischen Seenland die Kirchweih in Spalt (16. bis 19. Oktober 2015) samt „Nacht des Bieres“ am 17. Oktober 2015 in der Stadtbrauerei Spalt.

Spaziergang im Braukessel

Die Spalter sind aber nicht nur berühmt für ihre Biere, sondern vor allem auch für den international begehrten „Spalter Aromahopfen“, der rund um die Stadt bestens gedeiht. Die Welt des Hopfens und der Bierkultur bringt das neue „HopfenBierGut“ in Spalt zusammen. Ausgezeichnet mit der „Goldenen BierIdee 2015“, hat das „HopfenBierGut“ sein Zuhause im über 550 Jahre alten Kornhaus, das in den vergangenen Jahren aufwendig renoviert wurde. Der historische Bau ist Kulisse für viele interaktive Inszenierungen: So erkundet man am dreidimensionalen Stadtplan Spalt, taucht im Panoramakino ins Hopfenjahr ein, betritt den begehbaren Braukessel oder erlebt am medialen Biertisch die Biervielfalt anderer Länder. Am Ende des Rundgangs stimmt die Aromastation auf die Spalter Biere ein, bevor man sie anschließend an der „ProBierBar“ genießt. In Kürze können die Gäste auch selbst am Braukessel stehen: Sie kommen in der Spalter Bierwerkstatt mit der museumseigenen Brauanlage dem Brauhandwerk näher und brauen unter fachkundiger Leitung ihr eigenes Bier
(www.hopfenbiergut.de).

Geheimnisse beim Biergeflüster

Die Biergeschichte ist in Franken nie ein trockenes Thema – das liegt in der Natur der Sache. Deshalb lohnt sich ein Besuch der vielen fränkischen Biermuseen doppelt. Ein Tipp ist hier das Bayerische Brauereimuseum in Kulmbach, das nicht nur eine exzellente Ausstellung bietet, sondern auch zum Tagesbierseminar (31. Oktober, 7. und 28. November und 5. Dezember 2015) einlädt oder beim „Biergeflüster“ Brauwissen in Kompaktform bietet: Man erkundet die Abteilung „Bierbrauen um 1900“, wirft einen Blick in die Museumsbrauerei mit ihrem gläsernen Sudwerk, lernt die gängigsten Biersorten, die Rohstoffe sowie das Reinheitsgebot kennen und verkostet mit einem Bierexperten fachmännisch drei typische Kulmbacher Biere. Den 12. September 2015 sollten sich Bierliebhaber mit Hang zur Nostalgie vormerken: An diesem Tag heißt es „Vom Eisenbahnerhimmel ins Bier- & Brotparadies“ und so rollt man mit dem historischen Schienenbus von Kulmbach über die legendäre „Schiefe Ebene“ zum Deutschen Dampflokomotivmuseum in Neuenmarkt (www.bayerisches-brauereimuseum.de).

Feste Größen in der Geschichte der fränkischen Braukultur sind die Freilandmuseen in Bad Windsheim im Steigerwald sowie in Fladungen in der Rhön. Wer durch die Museen schlendert, kehrt ein im historischen Wirtshaus und entdeckt die historischen Kommunbrauereien. Und warum den Besuch im Freilandmuseum nicht gleich mit einem fröhlichen Fest, bei dem man sich ein gutes Bier schmecken lassen kann, verbinden? Gelegenheit dazu besteht im Freilandmuseum Bad Windsheim beim „Herbstfest“ (19. und 20. September 2015) und beim „Markt der Genüsse“ (10. und 11. Oktober 2015; www.freilandmuseum.de) sowie im Freilandmuseum Fladungen beim „Großen Museumsfest“ (30. August 2015, www.freilandmuseum-fladungen.de).

Die schönsten Wege zur Bierkultur

Der Biergeschichte kommt man in Franken auch auf vielen weiteren Wegen auf die Spur. Ganz neu ist hier die Erlanger „BierKul-Tour“, die begeisterte Braumeister, sechs Bierspezialitäten sowie ausgesuchte bierhistorische Stätten in einer Stadtführung vereint. Die „BierKul-Tour“ bietet aber noch mehr: darunter der Besuch des Biermuseums der Steinach Bräu, eine Einführung in die Biersensorik und ein typisch fränkisches Abendessen (Termine 2015: 21. August, 11. und 18. September, 2., 23. und 30. Oktober, 13., 20. und 27. November; www.erlangen-marketing.de).

Viele Möglichkeiten, um in einem gemütlichen Brauereigasthof oder auf einem Bierkeller einzukehren, bieten auch die Wander- und Radwege im Zeichen des fränkischen Bieres. Mitten durch das Herz Bayreuths verläuft etwa die „Bayreuther Bierkultur-Runde“: 8 Kilometer ist sie lang und führt unter anderem zu einer Bäckerei, die mehrmals im Jahr zu einer Brauerei wird, sowie zu vier Brauereien. Außerdem haben die Wanderer die Möglichkeit, das „Maisel’s Brauerei & Büttnerei-Museum“ sowie die Katakomben der Aktien-Brauerei zu besuchen.

Bierkultur und barocke Baukunst in höchster Vollendung bringt der „Bierwunder-Weg am Staffelberg“ zusammen. Diese 12 Kilometer lange Tour im Obermain-Jura startet bei Ebensfeld und schenkt den Wanderern ein großartigen Blick auf den Staffelberg, das majestätische Kloster Banz und das Maintal sowie Einkehrmöglichkeiten in vier Brauereien. Die sanft hügelige Landschaft der Haßberge dagegen ist das Terrain für den 15 Kilometer langen „Brauereienweg Bierige Haßberge“.

Wer lieber radelt als wandert, findet im Bierland Franken ebenfalls eine große Auswahl – darunter die 34 Kilometer lange „Bamberger Biervielfaltstour“ mit Stationen in Strullendorf und Memmelsdorf oder die 18 Kilometer lange „Frankenwald-Sonnen-Bierstraße“ über Lichtenberg und Bad Steben (www.franken-bierland.de)

Ganz neu ist der Radweg „Wir sind Rhöner Bier“, der sich aufgrund seiner 140 Kilometer Länge gut in mehrere Etappen aufteilen lässt. Das Besondere der Route mit Etappenorten wie Bad Neustadt a.d. Saale, Ostheim v.d. Rhön, Fladungen und Mellrichstadt: Sie verbindet nicht nur Brauereien und Gasthöfe, sondern auch Landwirte, die Braugerste anbauen, und eine Mälzerei. Unterwegs informieren Tafeln über die örtliche Bierkultur, den Braugerstenanbau und über das Malzen in der Rhön (www.wir-sind-rhoener-bier.de).

Immer ein Tipp ist die 55 Kilometer lange „Aischgründer Bierstraße“ im Steigerwald: Hier hat man die Wahl, ob man wandernd oder mit den Rad die acht Familienbrauereien ansteuert, die sich zu dieser Bierstraße zwischen Bad Windsheim und Uehlfeld zusammengeschlossen haben. Außerdem lässt es sich bei den über 20 Gastgeberbetrieben der „Aischgründer Bierstraße“ wunderbar Station machen. Einer von ihnen ist der Landgasthof Fiedler in Oberroßbach bei Dietersheim: Hier wird nicht nur hervorragend gekocht, sondern die Chefin des Hauses ist auch Frankens erste Biersommelière – und damit eine wahre Bierexpertin (www.bierstrasse.de)

Überhaupt ist die Gastfreundschaft eine Zutat, die im Bierland Franken niemals fehlt – und schon gar nicht in den Brauereigasthöfen. Serviert wird hier nicht nur das jeweils eigene Bier, sondern auch die typisch regionale Küche. Und sollte man von all den Erlebnissen und Touren rund um das flüssige Gold Frankens dann rechtschaffen müde sein, hat man in vielen dieser Betriebe auch gleich die Möglichkeit, zu übernachten.

Franken – Heimat der Biere.

So viel Aktivität im Zeichen des Bieres macht natürlich Appetit: Ausgesuchte Tipps, wo man ausgezeichnet einkehren kann, findet man in ausführlichen Broschüre „Franken – Heimat der Biere.“ sowie auf der dazugehörigen Webseite, der kostenlosen App und der Facebook-Seite. Sie machen nicht nur Lust auf die Welt der fränkischen Biere, sondern präsentieren auch Frankens einzigartige Bierkultur, seine Brauereien, Braugasthöfe und Bierfeste. Themen sind zudem Kochen mit Bier, Frankens Brauereimuseen und Biertouren.

Quelle: Tourismusverband Franken e.V. Nürnberg
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