Rund um den Internationalen Frauentag am 8. März 2015

Viele Veranstaltungen zum Weltfrauentag am 8. März 2015 in Nürnberg. | Foto: Fotolia
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Meinungen - Politisches - Veranstaltungen in Nürnberg

NÜRNBERG (pm/nf) - Seit mehr als 100 Jahren wird der Internationale Frauentag am 8. März genutzt, um auf den Kampf für noch uneingelöste Frauenrechte aufmerksam zu machen. Auch wenn die Gleichberechtigungsnorm im Grundgesetz die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern längst vorschreibt, weist das Geschlechterverhältnis immer noch eine deutliche Schlagseite zu Ungunsten von Frauen auf.

„Vor allem die strukturelle Benachteiligung von Frauen in wesentlichen Bereichen unserer Gesellschaft ist nach wie vor augenfällig“, diagnostiziert die Frauenbeauftragte der Stadt Nürnberg, Eva Löhner. „Nach wie vor gibt es beispielsweise deutliche Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, die sich unter anderem auch auf die geschlechtsspezifisch unterschiedliche Betroffenheit von Altersarmut auswirken. Daher gehören etwa die sogenannten ‚Minijobs‘, die vor allem von Frauen ausgeübt werden, längst wieder abgeschafft.“

Immerhin habe die derzeitige Regierung den längst fälligen Mindestlohn eingeführt und nach langem Hickhack sei endlich ein Geschlechter- „Quötchen“ für Aufsichtsräte beschlossen: „Zwei kleine Schritte auch in Richtung von mehr Geschlechtergerechtigkeit im Arbeitsleben“, so Eva Löhner. „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibt problematisch angesichts von rigiden Verfügbarkeitserfordernissen und Karrieremustern im Erwerbssystem, die sich mit den privaten Lebensplanungen zu biografischen ‚Rushhours‘ verdichten – zunehmend mehr auch für Männer, die sich als aktive Väter partnerschaftlich an der Reproduktionsarbeit beteiligen und nicht nur ihrer Rolle als Familienernährer gerecht werden wollen.“
Ein großes gesellschaftliches Problem sei nach wie vor die körperliche und psychische Gewalt in Paarbeziehungen. „Ein Opferwettbewerb, den derzeit einige betroffene Männer anzetteln und dabei bizarre Verschwörungstheorien von einer feministischen Unterwanderung unserer Gesellschaft vor allem in Kindergärten und Schulen sowie in der Justiz verbreiten, ist kontraproduktiv und rückwärtsgewandt“, sagt die Frauenbeauftragte.

„Es ist höchste Zeit, dass wir die andere Seite des Geschlechterverhältnisses kritisch unter die Lupe nehmen und den Männern auch – wie den Frauen – ein Geschlecht zuweisen. Dann können wir, Männer und Frauen, über die jeweiligen Zumutungen und Verhinderungen der Geschlechtsrollen auf Augenhöhe verhandeln, uns gemeinsam von den Stereotypen emanzipieren und die Verhältnisse zum Tanzen bringen. Dafür braucht es ein Frauenbüro mit langjähriger Praxis, dem Wissen um gesellschaftliche Konstruktionen von Geschlecht und mit Gender-Kompetenz“, erklärt Eva Löhner.

SPD-Stadträtin sieht noch langen Weg zur Beseitigung der strukturellen Benachteiligung von Frauen

,,Starke Frauen für eine starke Welt - Frauenrechte weltweit", so lautet das Motto zum diesjährigen Weltfrauentag. ,,Ein richtiges Zeichen" kommentiert Gabriele Penzkofer-Röhrl, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion dieses Motto. Sie stellt zwar fest, dass nach über 100 Jahren Frauentag und 20 Jahre nach der letzten Weltfrauenkonferenz in Peking durchaus einiges für Frauen erreicht werden konnte; in Sachen wirklicher Gleichstellung sei aber noch ein langer und nicht gerade ebener Weg zu beschreiten. ,,Weltweit sind nach wie vor Frauen nur marginal an Reichtum und Macht beteiligt, dafür überproportional von Armut und von Ausgrenzung bei Bildung betroffen - 70 Prozent der in Armut lebenden Menschen und zweidrittel der Analphabeten sind Frauen", empört sich SPD-Stadträtin Penzkofer-Röhrl.

6. FrauenFilmTage
Vom 5. - 10. März 2015
Eröffnung heute, Donnerstag, 5. März 2015, um 18.15 Uhr. im Filmhaus-Foyer, Königstraße 93, Nürnberg. Das Mädchen und Frauen FachForum in Nürnberg (MuFFFiN) präsentiert in Kooperation mit dem Filmhaus Nürnberg ein ausgesuchtes Programm mit elf internationalen Spiel-, Dokumentar und Kurzfilmen.
Tipp: HARD CANDY mit Sandra Oh (Greys Anatomy)
USA 2005, 104 Min., DF, 35 mm, FSK: ab 18, Regie: David Slade, mit: Ellen Page, Patrick Wilson, Sandra Oh u.a.
Zu späterer Stunde ein Psychothriller in Kammerspieloptik für sehr starke Nerven. Ein 14-jähriges Mädchen rächt sich an einem jungen Mann, stellvertretend für die Verbrechen aller Männer an Frauen. Der Film ist ein Statement gegen sexuellen Missbrauch, provoziert durch die Darstellung einer radikalen Selbstjustiz jedoch Diskussionen. Samstag, 7. März 2015, 21 Uhr.
Programm/Infos:
www.filmhaus.nuernberg.de

Ein Weib, ein Wort!
Reden berühmter Frauen in der Geschichte

Internationaler Frauentag, 8. März 2015, 11.30 Uhr, Bürgerzentrum Villa Leon, Schlachthofstraße / Philipp-Koerber-Weg 1, Nürnberg. Eintritt frei.
Infos:
http://bennewitz-frauengeschichte.de/

,,Die Vagina Monologe“ von Eve Ensler
Sonntag, 8. März, 19 Uhr
Benefizgala zugunsten des Frauennotrufs Nürnberg. Die Schauspielerin Eve Ensler schrieb „Die Vagina-Monologe“ nach über 200 Interviews mit verschiedensten Frauen, als Buch und Theaterstück. Als Aktivistin gibt sie die Texte jährlich zum V-Day frei, dies Jahr mit zwei neuen Texten. Frauengruppen in der ganzen Welt lesen sie öffentlich als Benefiz für Organisationen, die sich für Frauen mit Gewalterfahrungen einsetzen.
Für die Nürnberger Lesung stehen acht Frauen aus den Berufsfeldern Wort, Musik und Tanz auf der Bühne: Hilde Pohl, Ute Weidinger, Monika Camara, Dagmar Bittner, Katharina Maier, Stephanie Preis, Almut Weger und Sarah Niklowitz.
Die Eintrittsgelder für „Die Vagina-Monologe“ gehen an die Frauenberatung Nürnberg (Frauennotruf), ein kleiner Teil an die Organisation von „One Billion Rising. www.frauenberatung-nuernberg.de
Frei wählbarer Eintrittspreis innerhalb der Spanne von 19 bis 8 Euro.
Reservierungen für „Die Vagina-Monologe“ im Loni-Übler-Haus sowie auch Vorverkauf bei der Veranstalterin „Die Wortbinderei“, Karin C. Melde - Tel. 0911.99172883 - melde@wortbinderei.de
www.wortbinderei.de

Weitere Veranstaltungen rund um den Internationalen Frauentag und Informationen im Internet:
www.frauenbeauftragte.nuernberg.de

Autor:

Redaktion MarktSpiegel aus Nürnberg

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