Die „Checkliste Pflegebedürftigkeit“ des Pflegestützpunkts Nürnberg

 

Pflegestützpunkt Nürnberg (im Seniorenrathaus), Heilig-Geist-Platz 2, 90403 Nürnberg • www.pflegestuetzpunkt.nuernberg.de



Was können Sie im Vorfeld tun?

• Überlegen Sie, wie Sie im Pflegefall versorgt werden möchten, notieren Sie Ihre Vorstellungen und tauschen Sie sich mit Angehörigen bzw. Bezugspersonen aus.
• Erstellen Sie eine Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung oder Betreuungsverfügung.
• Sorgen Sie, wenn möglich, für eine altengerechte Wohnung mit schwellenfreiem Zugang.

Sind alle medizinischen Möglichkeiten genutzt?

Folgende Fragen mit dem behandelnden Arzt klären:
• Sind die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft?
• Kann Rehabilitation in einer Klinik oder Einrichtung zu Verbesserungen führen? Ist Rehabilitation zuhause angebracht (z.B. Krankengymnastik, Logopädie)?

Was ist bei der Pflege zuhause zu bedenken?

• Die Wünsche des zu pflegenden Menschen und deren Grenzen sind zu bedenken.
• Pflegebedürftiger und Bezugspersonen sollten sich über die Art der Versorgung verständigen und einigen.
• Art und zeitlicher Aufwand der täglichen Pflege und Betreuung sind bei der Planung zu berücksichtigen.
• Es ist zu prüfen, ob die Wohnung den Pflegebedürfnissen angepasst werden kann.
• Eventuell ist eine Person aus dem persönlichen Umfeld bereit, die Pflege zu übernehmen. Idealerweise verfügt sie über ausreichendes pflegerisches Wissen.
• Ü̈berlegen Sie, ob weitere Personen - z.B. bei alltäglichen Verrichtungen – eingebunden werden können.

Welche Unterstützung ist zuhause möglich?

• Sie können individuelle Pflegeberatung vor Ort anfordern (über einen ambulanten Dienst).
• Die Pflegeperson kann einen Pflegekurs besuchen, um ihre Kenntnisse zu erweitern.
• Sie können einen Pflegedienst beauftragen, der Leistungen übernimmt wie Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität), Behandlungspflege (medizin. Verordnungen) oder hauswirtschaftliche Versorgung.
• Sie können ergänzende Hilfen in Anspruch nehmen wie Hausnotruf, Essen auf Rädern, Einkaufs-Lieferdienst oder Fahrdienst.
• Sie können durch geschulte Helfer entlastet werden, die Menschen mit Demenz betreuen.
• Sie können ehrenamtliche Helfer eines ambulanten Hospizdienstes anfordern, die schwerkranken Menschen in der letzten Lebensphase zuhause begleiten.

Durch welche Rahmenbedingungen können Sie sich die Pflege erleichtern?

• Es gibt vielfältige Hilfsmittel für den Dauergebrauch (Gehwagen, Toilettensitz-Erhöhung, Wannenlifter...) und den Einmalgebrauch (Inkontinenz-Produkte...).
• Mit Wohnungsanpassung (z.B. Abbau von Stolperfallen, Ersetzen von Wanne durch Dusche, Verbreiterung von Türen) lassen sich Probleme beseitigen.

Reichen die finanziellen Mittel aus?

• Wenn Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, ist meist eine Eigenbeteiligung erforderlich. Informieren Sie sich vorab über die Höhe dieser Ausgaben.
• Die Pflegeversicherung unterstützt finanziell. Stellen Sie einen Antrag auf Pflegeeinstufung bei der zuständigen Pflegekasse. Voraussetzung für die Genehmigung einer Pflegestufe ist, dass mindestens 45 Minuten pro Tag Hilfe bei der Grundpflege erforderlich ist.
• Bereiten Sie sich auf die Begutachtung vor. Für Menschen mit erheblichem allgemeinen Betreuungsaufwand (z.B. bei Demenz) können Leistungen nach dem Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz genehmigt werden.
• Bei geringem Einkommen kann Unterstützungen beim Sozialamt beantragen werden; für Pflegeheime ist in Mittelfranken dafür der Bezirk zuständig.

Sie pflegen einen Angehörigen. Wie können Sie einer Überforderung gegensteuern?

• Bitte achten Sie auf die Grenzen Ihrer eigenen Belastbarkeit. Holen Sie sich rechtzeitig Unterstützung!
• Nutzen Sie die Kurzzeitpflege, die dem pflegebedürftigen Menschen zusteht: er wird einige Wochen im Jahr in einem Heim adäquat versorgt, und Sie können Kraft schöpfen.
• Sollten Sie krank sein oder einen wichtigen Termin haben, können Sie „Verhinderungspflege“ auch zuhause in Anspruch nehmen, z.B. durch Versorgung von einem Pflegedienst.
• Tagespflege-Einrichtungen betreuen und versorgen Ihren Angehörigen tagsüber, abends ist er wieder zuhause.
• In einer Betroffenen-Gruppe können Sie Ihre Erfahrungen anderen pflegenden Angehörigen austauschen.

Was ist zu tun, wenn die Pflege zuhause nicht mehr zu schaffen ist?

• Informieren Sie sich über Pflegeheime, deren Leistungen und Preise. Sehen Sie sich Heime an und machen sich ein eigenes Bild.
• Wenn die Aufnahme zeitnah erfolgen soll, informieren Sie sich über freie Heimplätze. Die Befürchtung, keinen Heimplatz zu finden, ist in der Region Nürnberg unbegründet.
• Treffen Sie gemeinsam die Entscheidung für eine bestimmte Einrichtung. Beachten Sie krankheitsbedingte Erfordernisse und die Vorstellungen des Betroffenen.
• Wenn bei einem Mensch mit schwerer Erkrankung die letzte Lebensphase bevorsteht und eine adäquate Versorgung zuhause schwer wird, wenden Sie sich an ein stationäres Hospiz.
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