Die Gefahr aus der Wasserleitung

Legionellen im Trinkwasser stellen ein gravierendes Gesundheitsrisiko dar


Immer wieder rütteln Meldungen von Legionellen im Trinkwasser die Verbraucher auf. Die bislang größten Fälle in Deutschland ereigneten sich im Jahr 2010, als in Ulm und Neu Ulm 65 Menschen an einer durch Legionellen hervorgerufenen Lungenentzündung erkrankten und fünf der Betroffenen starben, sowie im Herbst vergangenen Jahres, als im Sauerland mehr als 150 Menschen erkrankten und zwei Todesfälle zu beklagen waren. Doch auch bei vielen weiteren Routineuntersuchungen wurden im gesamten Bundesgebiet – nicht zuletzt in Mehrfamilienhäusern, in gewerblich genutzten Immobilien und öffentlichen Gebäuden – besorgniserregende Legionellenbelastungen festgestellt, die vor allem bei alten und geschwächten Menschen zu gravierenden Erkrankungen und im Einzelfall sogar zum Tod führen können.
Legionellen sind eine im Wasser lebende Gattung stäbchenförmiger Bakterien und wurden erst Mitte der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entdeckt, als bei einem Treffen von Kriegsveteranen in Philadelphia mehr als 200 Teilnehmer erkrankten und 34 einer Lungenentzündung erlagen. Über den feinen Wassernebel, wie er vor allem beim Duschen aber beispielsweise auch in Whirlpools auftritt, können die Mikroben in die Lungen ihrer Opfer gelangen, wo sie – in zehn bis 15 Prozent der Fälle – eine Lungenentzündung hervorrufen.
Legionellen sind selbst in kaltem Grundwasser nachzuweisen, doch nur in geringer Zahl, sodass keine Gesundheitsgefährdung von ihnen ausgeht. Erst ab Temperaturen von 20 °C steigt die Vermehrungsrate an und erreicht zwischen 30 und 45 °C ihren Höhepunkt. Ab 50 °C ist keine Vermehrung und ab 55 °C ein langsames Absterben der Legionellen zu beobachten. Wird ein Belastung von 100 Legionellen pro 100 Milliliter Wasser erreicht, so sind Eigentümer zu einer „Gefährdungsanalyse“ verpflichtet. Steigt der Wert auf über 1.000 Legionellen, so ist eine genauere Analyse fällig, bei Werten über 10.000 Legionellen sprechen die Behörden dann meist ein Duschverbot aus.
Ob das Wasser mit den Legionellen belastet ist und, wenn ja, in welchem Maß, lässt sich nur durch eine Untersuchung feststellen. Diese wird von zertifizierten Betrieben, wie von „Flossmann & Grünbeck“ durchgeführt. Nur Betriebe mit zertifizierten Probenehmern sind berechtigt, Trinkwasserproben zu nehmen, die dann in einem unabhängigen Labor untersucht werden. Werden dabei erhöhte Legionellenwerte festgestellt, so werden von den Sanitärexperten Lösungsvorschläge ausgearbeitet, mit den betroffenen Vermietern und Hausverwaltungen besprochen und in die Tat umgesetzt. Häufig reicht bereits eine gründliche Spülung der Leitungen sowie eine Erhöhung der Wassertemperatur, um dem Problem beizukommen.
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