Ein Markt voller Tradition

Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist eine echte Institution und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Diese Tradition spiegelt sich auch in der offiziellen Christkindlesmarkt-Medaille wider, die am Verkaufsstand 26 auf dem Markt und bei Münzen Frank erhältlich ist.

Die Wurzeln der vorweihnachtliche Verkaufsmesse auf dem Nürnberger Hauptmarkt lassen sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen. Aus dem Jahr 1628 stammt dann das erste schriftliche Dokument, das den Nürnberger „Kindles-Marck“ belegt. Ende des 19. Jahrhunderts verlor der Markt dann allerdings mehr und mehr an Bedeutung. Dies lässt sich nicht zuletzt auch daran ablesen, dass er nach 1898 mehrmals seinen Standort wechseln musste – zunächst auf die Insel Schütt, dann auf den Platz vor dem Gewerbemuseum und schließlich in die leerstehenden Räume des Verkehrsmuseums.
Erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts erlebte der Nürnberger Christkindlesmarkt eine Wieder­belebung. Die Nationalsozialisten nutzten die traditionsreiche Veranstaltung, um das Image Nürnbergs als „des Deutschen Reiches Schatzkästlein“ zu prägen und ihren eigenen Jahresfest-Kalender aufzuwerten. 1933 kehrte der Christ- kindlesmarkt deshalb wieder auf dem Hauptmarkt zurück, wo er am 4. Dezember mit einer verklärend romantischen Feier eröffnet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs fand in Nürnberg kein Christkindlesmarkt mehr statt.
1948 erhob sich der Christkindlesmarkt aus den Ruinen der völlig zerstörten Altstadt aufs Neue. Friedrich Bröger, Chefdramaturg des Theaters und Sohn des Arbeiterdichters Karl Bröger, verfasste einen Prolog, der seitdem – in einer mehrfach überarbeiteten und der Zeit angepassten Version – vom Nürnberger Christkind gesprochen wird.
Im selben Jahr trat die Nürnberger Schauspielerin Sofie Keeser als Christkind auf. Eine Rolle, die sie bis Anfang der 60er Jahre ausfüllte. Auch das nächste Christkind, Irene Brunner, war Schauspielerin und durfte bis 1968 den Markt eröffnen.
Seit 1969 wird alle zwei Jahre eine Nürnbergerin zwischen 16 und 19 Jahren zum Christkind gewählt.
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