Eine Krone für die Braut

Brautkronen können auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken


Frauen, die als gute Partie gelten wollten, muss­ten früher nicht nur etwas im, sondern auch ei­ni­ges auf dem Kopf haben. An Festtagen tru­gen sie schwere Kränze aus Tannenzweigen, Getreide oder Kräu­tern, die mit Blumen, Bändern und reifen Früchten geschmückt waren.
Nur Jungfrauen durften eine Brautkrone – im Schwarzwald „Schäppel“ genannt – tra­gen. Mit den prunkvollen „Schäppeln“ zeigten die jungen Frauen, dass sie ledig, unberührt und im heiratsfähigen Alter waren. Schwangere durften nicht mit einer solchen Brautkrone vor den Traualtar treten, und auch Witwen war es nicht erlaubt, bei ihrer Wiederverheiratung ei­nen Schäppel zu tragen. Das Aussehen der Brautkronen war – je nach Region – unterschiedlich. Im Laufe der Zeit wurden aus einer einfachen Kopfbedeckung, ein aufwendiges Gebilde aus Glaskugeln, Perlen, Golddraht und Spie­geln.
Diesen wertvollen Kopfschmuck konnten sich nur wohlhabende Familien leisten. Die weniger wohlhabenden konnten ihn aber ausleihen. Oft verliehen auch die Kirchen oder die Gemeinden solche Brautkronen.

Heute werden Brautkronen traditionell im Zusammenhang mit einer Tracht getragen oder – als kleine Ausgabe – in Form eines kleinen Krönchens oder eines Diadems. In Norwegen und Schweden beispielsweise werden Brautkronen aus Silber, in Bayern und Schlesien aus Golddraht, Glassteinen und Flitter hergestellt. Im Schwarzwald kommen dazu – von Ort zu Ort unterschiedlich – noch Perlen, Glaskugeln, Spiegel und Bänder oder Papierrosen.

evajohanna studios
Eva Johanna Lundqvist ist eine schwedische Künstlerin und Schmuck-Designerin, die ihr Studio in Fürth hat. Dort fertigt sie unter anderem äußerst reizvollen Brautschmuck – darunter individuell gefertigte Brautkronen aus den unterschiedlichsten Materialien.
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