Jüdisches Museum Franken

In Fürth, Schnaittach und Schwabach


Franken war einst eine bedeutende Wiege jüdischen Lebens in Süddeutschland – einst gab es über 400 jüdische Gemeinden. Die drei Häuser des Jüdischen Museums Franken in Fürth, Schnaittach und Schwabach geben faszinierende Einblicke in die 800-jährige jüdische Geschichte Frankens und vermitteln gleichzeitig die Vielfalt jüdischen Lebens von damals bis heute. Was bedeutet etwa koscher, wie riecht Schabbat und warum geht man ins Ritualbad?
Alle drei Museen sind selbst beeindruckende Objekte, da sie in Baudenkmälern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert untergebracht sind: Die historische Laubhütte und das Ritualbad im Fürther Museum, einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus, sind eindrucksvolle Zeugnisse jüdischen Alltags. Hier kann man sich vorstellen, wie die Bewohner einst das Laubhüttenfest feierten und sich vor dem Schabbat oder der Hochzeit rituell reinigten. Das Museum erhält derzeit einen Erweiterungsbau, der im Frühjahr 2018 eröffnet werden soll. Geplant sind unter anderem ein Wechselausstellungsraum, eine Studienbibliothek, ein Bildungszentrum und ein Kindermu- seum.
Das Museum in Schnaittach wurde in einer 1570 erbauten Synagoge mit angegliedertem Rabbinerhaus und Ritualbad eingerichtet. Es präsentiert den bedeutendsten Bestand an Sachzeugnissen jüdischer Landkultur in Süddeutschland.
Die im Juni 2015 eröffnete Dependance in Schwabach ist ein wahres Kleinod europäisch-jüdischen Kulturerbes. In dem ehemaligen jüdischen Wohnhaus befindet sich eine Laubhütte mit Wandmalereien aus spätbarocker Zeit, deren Symbolgehalt in ganz Europa einzigartig ist. Eine kostenlose App ermöglicht es, neben dem Museum auch die Synagogengasse zu erkunden. Das dort bis heute erhaltene Gebäudeensemble aus Synagoge, Rabbinerhaus, Lehrhaus und vielen weiteren Gebäuden bildete einst das jüdische Zentrum Schwabachs.
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