KKH-Coaching rettet Leben

 

Uniklinikum Hamburg-Eppendorf bescheinigt dem Programm großen Erfolg


Das deutsche Gesundheitswesen bietet zweifelsfrei eine große Bandbreite an medizinischen und therapeutischen Behandlungsmöglichkeiten. Dennoch fühlen sich insbesondere Patienten mit langwierigen oder gar chronischen Erkrankungen oft allein gelassen. Die notwendige Veränderung des Alltags hin zu einem gesünderen Lebensstil kann da auf der Strecke bleiben. Als Folge drohen weitere Behandlungen, erneute Krankenhauseinweisungen und eine sinkende Lebensqualität. An diesem Punkt setzt ein Angebot der KKH Kaufmännische Krankenkasse an.
Als erste Krankenkasse hat die KKH bereits im Jahr 2007 ein ganzheitliches Gesundheitscoaching aufgebaut. Dabei stehen medizinisch ausgebildete KKH-Mitarbeiter über zwei Jahre im engen telefonischen Kontakt mit Versicherten, die unter chronischen Krankheiten wie Diabetes leiden, an Herzinsuffizienz erkrankt sind oder psychische Erkrankungen wie Depressionen aufweisen. Das Besondere daran ist, dass jedem Teilnehmer ein fester Coach zugeordnet ist. Gleichzeitig können die Teilnehmer bestimmen, welche Themen besprochen werden sollen, Coach und Teilnehmer begegnen sich also auf Augenhöhe.

Sterblichkeitsrate halbiert
Das Gesundheitscoaching der KKH steigert die Lebensqualität der Teilnehmer, führt zu einer gesünderen Lebensweise und hilft teilweise sogar, Kosten zu sparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die das Gesundheitscoaching begleitet und auswertet. Besonders drastisch sticht dabei der Umstand ins Auge, dass sich die Sterblichkeit bei herzkranken Teilnehmern nahezu halbierte. Innerhalb von zwei Jahren starb hier jeder zehnte Coaching-Teilnehmer, in der Kontrollgruppe dagegen fast jeder fünfte.
Prof. Dr. Dr. Martin Härter vom UKE: „Informierte Patienten, die eine aktive Rolle bei Behandlungsentscheidungen und im Umgang mit ihrer Erkrankung wahrnehmen, sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor einer besseren Gesundheitsversorgung chronisch Erkrankter – ein Ansatz, der mit den Coachingprogrammen der KKH konsequent und kompetent verfolgt wird.“ Eine besonders positive Folge des Coachings ist nämlich die Stärkung der Eigenverantwortung. So kam im Rahmen der Studie heraus, dass Teilnehmer des Coachingprogramms deutlich regel- mäßiger ihren Blutdruck messen, weniger Alkohol trinken und bessere Cholesterinwerte aufweisen.
Grundsätzlich gilt: Die Zufriedenheit der Teilnehmer mit dem Coaching ist überwältigend – 95 Prozent fanden die Informationen durch den Gesundheitsberater sehr verständlich, 88 Prozent würden das Coaching weiter nutzen. Darüber hinaus kam es bei bestimmten Krankheitsbildern sogar zu Kosteneinsparungen – am deutlichsten in der Gruppe der Herzinsuffizienten: Hier sanken die Kosten innerhalb von zwei Jahren um durchschnittlich fast 7.000 Euro je Teilnehmer.

Politik bestraft gute Programme
In erster Linie will die KKH mit dem Coaching die Lebensqualität chronisch kranker Menschen verbessern. Um die Rahmenbedingungen hierfür ist es derzeit jedoch nicht zum Besten bestellt: „Es ist bedenklich, dass sich allzu oft Investitionen in die Gesundheit der Versicherten ökonomisch nicht mehr lohnen. Denn für gesunde Mitglieder erhalten die Krankenkassen deutlich weniger Geld“, kritisiert KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit. Schuld daran sei der Finanzausgleich zwischen den Kassen. „Wenn es uns durch das Coaching gelingt, das Insulin für einen Diabetiker überflüssig zu machen, ist das für uns als Krankenkasse mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden, da dann die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erheblich sinken.“ Außerdem warnt Kailuweit davor, im Gesundheitswesen ausschließlich in ökonomischen Kategorien zu denken. Die Frage sei, ob ein Mehr an Lebensqualität nicht auch mehr kosten dürfe – erst recht, wenn ein Leben verlängert werden könne.
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