Kleine Bratwurst-Kunde

Die Fränkische Bratwurst ist so vielfältig wie die Region


Ob die Bratwurst jetzt gleich „der Spiegel der fränkischen Seele“ ist, wir kürzlich zu lesen stand, darüber mag man streiten. Dass sie aus der fränkischen Küche absolut nicht wegzudenken ist, steht allerdings außer Zweifel.

Doch wie sieht sie eigentlich aus, die fränkische Bratwurst? Gibt es „die“ fränkische Bratwurst überhaupt? Ja und nein! Denn die fränkische Bratwurst ist ebenso vielfältig wie die fränkische Region und jeder Metzger schwört auf sein eigenes Rezept – und hütet dieses auch wie ein Geheimnis. Der eine mag’s lieber ein wenig würziger (mit viel Majoran zum Beispiel), der andere mild, der eine bevorzugt eine grobe Fülle, der andere eine feine, die fast schon an Weißwurst erinnert. Für den einen muss eine richtige Bratwurst groß und dick sein, die anderen mögen sie lieber schlank und lang oder klein, wie die Nürnberger Bratwürstchen. Dem Geschmack und den persönlichen Vorlieben sind – das zeigt schon diese unvollständige Aufzählung – keine Grenzen gesetzt.

Nicht nur vom Grill
Das gilt ebenso für die Zubereitungsarten. Die klassische Zubereitung ist zweifellos das Grillen auf dem Holzkohlegrill. Und so gibt es gerade in den Sommermonaten kaum ein Grillfest und sicherlich keine fränkische Kirchweih, bei der Bratwürste nicht auf den Rost kommen. Ein weiterer unbestrittener Klassiker der fränkischen Küche sind aber auch die „Sauren Zipfel“, in Essigsud mit Wacholderbeeren, Lorbeerblättern und viel Zwiebeln gekochte Bratwürste. Nicht erst in jüngster Zeit wurden aber auch viele weitere Rezepte entwickelt, in denen Bratwürste in unterschiedlicher Weise zum Einsatz kommen. Zum Beispiel in Form eines Kartoffel-Bratwurstauflaufs, als Einlage in einer Kartoffelsuppe, in einem deftigen Nudelsalat, als Bratwurstgulasch, mediterranes Bratwurstragout oder pikante Bratwursttorte.
Die besten Bratwürste gibt es übrigens – laut hochoffiziellem Expertenurteil – in Möhrendorf. Vor zwei Jahren wurde dem „Dorfmetzger“ Jürgen Reck diese Auszeichnung verliehen. Die „Confrérie des Chevaliers du Goute-Andouille de Jargeau“ mit Sitz im niederländischen Roermond, die sich seit mehr als drei Jahrzehnten europaweit um den Erhalt handwerklicher Wurst- und Schinkenherstellung bemüht, kürte Jürgen Reck in der Kategorie Bratwurst/Griller zum Sieger.
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