KOMMUNALE „LOVE STORY“

Warum Fürth und Nürnberg sich wirklich (wieder) mögen


Nicht nur viele Besucher der Städte Fürth und Nürnberg fragen sich, woher die oftmals noch heute anmutende „Hassliebe“ zwischen den Bewohnern beider Städte
eigentlich kommt – auch Einheimische kennen oftmals die Gründe nicht. Und Zugezogene sowieso nicht.
Dabei ist alles ganz einfach – und muss vor allem nicht (mehr) allzu „streng“ bewertet werden, zumal die meisten „Fädder“ und „Nämbercher“ das Ganze mittlerweile sowieso eher „sportlich“ und unterhaltsam sehen.
Aber der Reihe nach: Die eigentliche Ursache für die jeweils „lokalpatriotische“
Sichtweise der Dinge besteht bzw. bestand in verschiedenen Bestrebungen zur
Eingemeindung Fürths nach Nürnberg und umgekehrt.
Diese gab es erstmals im Jahre 1835, und hätte dann 1922 der Fürther Stadtrat
seinen Beschluss durchgesetzt, so wäre es wohl tatsächlich zu einer Fusionierung beider Kommunen gekommen. Immerhin: Mit 30:10 Stimmen votierte der Rat damals
für einen Zusammenschluss. Dass es letztendlich aber trotzdem nicht dazu kam, war der Verdienst engagierter Fürther Bürger, die als Verein „Treu Fürth“ gegen eine Eingemeindung auftraten und eine Volksabstimmung erwirkten.
Das Ergebnis: Beachtliche 65 Prozent stimmten gegen die Fusionierung, also sehr deutlich gegen den Beschluss des Stadtrates, sodass dieser unmittelbar nach besagter Volksabstimmung geschlossen zurücktrat.

Gemeinsame Zweifel an gemeinsamer IdentitätDer heutige Oberbürgermeister
von Fürth, Dr. Thomas Jung, vermerkt
auf der Homepage der Stadt:
„Für mich ist dieses Votum das
Musterbeispiel für direkte Demokratie. Politik, und vor allem Kommunalpolitik, muss Bürgerinnen und Bürger einbinden und muss vor allem identifikationsfähig sein. Und ob Fürth und Nürnberg jemals eine gemeinsame Identität entwickeln hätten können, bezweifelt selbst mein Nürnberger Amtskollege Ulrich Maly. Denn auch wenn wir ein gutes Verhältnis zu unserer großen Nachbarstadt pflegen – Fürth ist
Fürth und Nürnberg ist Nürnberg.“

www.fuerth.de

Alles in allem vertragen sich beide Nachbarstädte also (wieder). Dass sich dieses Verständnis für- und die Achtung voreinander jedoch nicht nur auf die kommunalpolitische Ebene beschränken muss, leben schon lange wieder viele Bürger vor. Zum einen gehen Fürther gerne aufs Nürnberger Volksfest, zum anderen
lassen sich viele Nürnberger die Michaelis-Kirchweih in Fürth nicht entgehen. Und weil ja echte Liebe bekanntlich durch den Magen geht, schreiten auch die Inhaber von Pizzeria-Osteria „PanOlio“ beispielhaft voran und betreiben jeweils ein
Lokal in Nürnberg und Fürth.

Auf gute Nachbarschaft!
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