Kontovollmacht für den Erbfall

So können entstehende Kosten zeitnah und reibungslos beglichen werden


Bei einem Todesfall sehen sich die Erben nicht selten mit dem Problem konfrontiert, dass zwar Verbindlichkeiten des Erblassers (Miete, Krankenhaus- oder Beerdigungskosten...) zu begleichen sind, ein Zugriff auf dessen Konto jedoch bis zur rechtskräftigen Klärung der Erbenstellung bzw. in Ermangelung einer entsprechenden Bevollmächtigung nicht möglich ist. In diesem Fall müssen die potentiellen Erben dann entweder mit eigenem Vermögen in Vorleistung gehen oder aber es drohen zusätzliche Kosten durch die verzögerte Begleichung der Verbindlichkeiten.
Um diesem Dilemma vorzubeugen, sollte der Erblasser bereits zu Lebzeiten entsprechende Vorkehrungen treffen. Eine gängige und praktikable Möglichkeit ist hier die Erteilung einer Kontovollmacht, die über den Tod hinaus reicht. Die Erteilung einer solchen Vollmacht ist grundsätzlich formlos möglich, sollte aber – allein schon aus Beweisgründen – schriftlich erfolgen. Um einem möglichen Missbrauch vorzubeugen, sollte der Umfang der Vollmacht ganz genau festgelegt werden. Banken bieten hierfür in aller Regel hauseigene Vollmachtsvorlagen an. Die Kontovollmacht kann jedoch auch im Rahmen einer General- oder Vorsorgevollmacht errichtet werden.
Neben dieser Möglichkeit, kann die Begleichung von Erblasserschulden beziehungsweise Verbindlichkeiten die mit dem Erbfall entstehen, bereits zu Lebzeiten durch Vermögensübertragungen, etwa durch Schenkung von Geld, eines Sparbuchs oder der Errichtung eines Vertrags zugunsten Dritter sichergestellt werden. Jede dieser Varianten hat gewisse Vor- aber auch Nachteile. Die Erfahrung zeigt, dass es sehr sinnvoll ist, sich von einem auf das Thema spezialisierten Fachanwalt wie den Rechtsanwalt Gerhard Meyer umfassend beraten zu lassen. Dies sollte insbesondere in Abstimmung mit bestehenden oder zu errichtenden Vorsorgeverfügungen und Verfügungen auf den Todesfall (z.B. Testament, Erbvertrag) erfolgen.
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