Medizintechnik im Wandel der Zeit

Seit einem Jahr lädt das Siemens MedMuseum zu einer Zeitreise ein


Die Geschichte des medizinischen Fortschritts ist gleichzeitig auch die Geschichte technischer Hilfsmittel und Geräte. Zu allen Zeiten wurden und werden diese genutzt, um Krankheiten zu erkennen und zu heilen, um Schmerzen zu lindern oder um Erkenntnisse über Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers zu erhalten. Zahlreiche Fortschritte auf dem Gebiet der Medizintechnik sind dabei untrennbar mit Siemens verbunden.
Dies reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück, als Werner Siemens im Jahr 1844 erstmals eine seiner Erfindungen medizinisch anwendet, um die Zahnschmerzen seines Bruders Friedrich mit elektrischem Strom zu behandeln. Nur drei Jahre später gründet er gemeinsam mit Johann Georg Halske in Berlin die Firma Siemens & Halske (S&H), die neben dem Zeigertelegraphen auch elektromedizinische Geräte fertigt. In Erlangen schließt sich 1886 Erwin Moritz Reiniger mit Max Gebbert und Karl Schall zum Medizintechnikunternehmen Reiniger, Gebbert & Schall (RGS) zusammen. Zehn Jahre später erkennen sowohl RGS als auch S&H die Bedeutung der bahnbrechende Entdeckung des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 die so genannten X-Strahlen entdeckte und bringen erste Röntgenapparate auf den Markt. 1925 übernimmt S&H die Aktienmehrheit bei RSG und wenig später fusionieren RSG und die medizinische Sparte von S&H zur Siemens-Reiniger-Werke AG, deren Sitz 1947 von Berlin nach Erlangen verlagert wird.
Heute heißt die medizintechnische Sparte Siemens Healthcare und ist einer der weltweit größten Anbieter im Gesundheitswesen. Hauptsitz und Zentrale in Deutschland ist nach wie vor Erlangen, ein weiterer wichtiger Standort ist das benachbarte Forchheim.

Siemens MedMuseum
Im Mai 2014 wurde das neue Siemens-Unternehmensmuseum für Medizinische Technik, das Siemens MedMuseum, in Erlangen, Gebbertstraße 1 eröffnet. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern erzählt es Geschichten von Menschen mit Pioniergeist und zeichnet anschaulich die Entwicklung medizinischer Technologien nach – von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Die ausgesuchten Exponate reichen vom Schlitteninduktor für Nervenbehandlungen (1847) und von der Röntgentechnik aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts über eine „Hörbrille“ aus dem Jahr 1957 bis zu den Innovationen aus der Computertomographie und der Magnetresonanztomographie.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.