Mehr Geld für die Pflege zuhause

Durch das Pflegestärkungsgesetz stehen 1,4 Milliarden mehr zur Verfügung



Mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes stehen seit 1. Januar 2015 für die Pflege zu Hause zusätzlich 1,4 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung. Deutlich ausgeweitet wurde nicht zuletzt die Unterstützung für pflegende Angehörige durch bessere Möglichkeiten zur Kombination verschiedener Unterstützungsleistungen wie Tages- und Nachtpflege bzw. Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie durch Einführung neuer niederschwelliger Entlastungsleistungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige.



Die Verbesserungen des ersten Pflegestärkungsgesetzes umfassen unter anderem:
• Die Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden ausgebaut und können besser miteinander kombiniert werden. Tages- und Nachtpflege kann ungekürzt neben den ambulanten Geld- und Sachleistungen in Anspruch genommen werden.
• Menschen in der sog. Pflegestufe 0 (Demenzkranke) haben erstmals einen Anspruch auf teilstationäre Tages-/ Nachtpflege oder Kurzzeitpflege.
• Der Anspruch auf Betreuungsleistungen in der ambulanten Pflege für niedrigschwellige Angebote wird ausgeweitet. Auch Pflegebedürftige mit den Pflegestufen 1 bis 3 erhalten einen zusätzlichen Betreuungsbetrag von bis zu 104 Euro pro Monat. Für Demenzkranke steigt er im Rahmen der Dynamisierung auf 104 bzw. 208 Euro pro Monat.
Neue zusätzliche Entlastungsleistungen wurden eingeführt, etwa für Hilfe im Haushalt oder Alltagsbegleiter und ehrenamtliche Helfer. Bis zu 40 Prozent des Leistungsbetrags der ambulanten Pflegesachleistung kann für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote eingesetzt werden. Hiermit lassen sich Hilfen und Unterstützung zum Beispiel für hauswirtschaftliche Versorgung, Einkäufe, Begleitung zum Arzt, zu Ämtern oder Behörden aber auch zu Kultur- und Freizeitangeboten oder auch einfache Spaziergänge sowie gemeinsame Freizeitgestaltung (Lesen, Gespräche, Gesellschaftsspiele...) realisieren.
• Der Zuschuss zu Umbaumaßnahmen (z.B. Einbau eines barrierefreien Badezimmers) steigt von bisher 2.557 auf bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme.

Das Gesetz sieht auch Leistungsverbesserungen vor, die in besonderem Maße Menschen mit Demenz zu Gute kommen:
• Demenzkranke mit anerkannter erheblicher Einschränkung der Alltagskompetenz, die nicht in den Pflegestufen 1 bis 3 eingestuft sind (sog. Pflegestufe 0), erhalten erstmals Zugang zu allen ambulanten Leistungen der Pflegeversicherung.
• Die Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- und Nachtpflege ist zu 100 Prozent neben den Sach- und Geldleistungen möglich.
• Bis zu 40 Prozent des Leistungsbetrags der ambulanten Pflegesachleistung können für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote eingesetzt werden.
• Die Jahrespauschalen der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege können flexibler und über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden: Zugunsten der Verhinderungspflege können bis zu 50 Prozent des Jahresbetrags der Kurzzeitpflege verwendet werden; umgekehrt können sogar bis zu 100 Prozent des Jahresbetrags der Verhinderungspflege für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden (soweit die jeweiligen Leistungen im Kalenderjahr noch nicht verbraucht wurden).

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