Operieren unter dem Mikroskop

Mikrochirurgie kommt in allen Bereichen der Plastischen Chirurgie zum Einsatz


Die Mikrochirurgie, die in Nürnberg zum Beispiel in den Kliniken Dr. Erler angewandt wird, ist ein besonderer Bereich der Chirurgie, bei dem unter dem Mikroskop operiert wird. Dies wird notwendig, wenn das bloße Auge nicht mehr ausreicht, um die sehr feinen Strukturen wie Gefäße oder Nerven präzise zu erkennen. Als Methode ist die Mikrochirurgie, die Anfang der 50er Jahre ihren Durchbruch erlebte, ein essentieller Bestandteil aller Teilbereiche der Plastischen Chirurgie, vor allem aber der Handchirurgie und der Rekonstruktiven Chirurgie.
Um mikrochirurgisch operieren zu können, sind neben einem speziell ausgebildeten Team moderne Operationsmikroskope vonnöten, die eine stufenlose Einstellung bis zur 40-fachen Vergrößerung erlauben. Präpariert und genäht wird dabei mit speziellen Instrumenten, die feiner sind als die eines Uhrmachers. Die Nadeln beispielsweise sind nicht dicker als ein Fünfzehntel Millimeter. Die verwendeten Fäden haben einen Durchmesser von gerade mal zwei Hundertstel Millimeter und sind damit feiner als ein Haar.
In der Rekonstruktiven Chirurgie wird die Mikrochirurgie hauptsächlich zur Präparation und Naht von Gefäßen und Nerven eingesetzt. Der spektakulärste Einsatzbereich der Mikrochirurgie ist aber zweifellos die Replantation, das heißt das Wiederannähen abgetrennter Extremitäten, aber auch anderer Körperteile wie Nasen oder Ohren. Darüber hinaus erlaubt das Operationsmikroskop die Transplantation von körpereigenem Gewebe, beispielsweise Muskeln oder Haut-Unterhautgewebe, um Defekte oder Defizite zu beheben, die durch Unfälle und Tumore entstanden sind oder auch zur Wiederherstellung einer weiblichen Brust im Anschluss an eine Krebsoperation. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Wiederherstellung von verloren gegangenen Funktionen, wie das folgende Beispiel deutlich macht.

Funktion und Ästhetik
Die Mikrochirurgie kommt beispielsweise bei einer Gesichtsnerven-Lähmung zum Einsatz, bei der die gesamte mimische Muskulatur des Gesichtes – bedingt durch Unfall, Tumor oder Schlaganfall – meist einseitig ausfällt. Durch diesen Ausfall kann unter anderem das Auge nicht geschlossen werden, was zum Austrocknen der Hornhaut und zu Geschwüren führen kann. Gleichzeitig entstehen durch den herauslaufenden Speichel ständig Entzündungen im schlaff herabhängenden Mundwinkel.
Die betroffenen Patienten leiden extrem unter dieser offensichtlichen und nicht zu verbergenden Entstellung. Durch die mikrochirurgische Transplantation von körpereigenen Nerven und Muskeln, die an der gesunden Seite angeschlossen werden und damit ihre Bewegungsimpulse von dort erhalten, gelingt in den meisten Fällen sowohl eine zufriedenstellende funktionelle Rekonstruktion als auch eine ästhetische Wiederherstellung der Symmetrie des Gesichtes.
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