Pflegekräfte legal beschäftigen

Experten warnen nachdrücklich vor illegalen Beschäftigungsverhältnissen


Aktuell sind in deutschen Haushalten schätzungsweise 150.000 ausländische Pflegekräfte – aus Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, vor allem aber aus Polen – tätig. Nicht wenige von ihnen sind jedoch nicht offiziell in Deutschland beschäftigt, arbeiten also „schwarz“. Und da droht größtes Ungemach, denn wenn ein solches illegales Beschäftigungsverhältnis vom Zoll aufgedeckt wird, droht nicht nur ein Bußgeldverfahren, auch Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in beträchtlicher Höhe müssen in diesem Fall nachbezahlt werden. Das vermeintliche Pflege-Schnäppchen erweist sich dann sehr schnell als teures Unterfangen. Auch wenn die illegal beschäftigte Pflegekraft selbst erkrankt, kann das sehr kostspielig werden, denn in diesem Fall trägt der Auftraggeber die Kosten für die medizinische Versorgung.
Von daher ist es in jedem Fall besser – und letztendlich auch günstiger – die Pflegekraft legal zu beschäftigen. Hierbei gibt es zwei verschiedene Varianten:

Das Vermittlungs-Modell

Bei dieser Variante wendet sich der Pflegebedürftige oder seine Familie zunächst an eine deutsche Vermittlungsagentur, die meist mit einer osteuropäischen Pflege-Agentur zusammenarbeitet. Die dort angestellte heimische Pflegekraft wird in den deutschen Haushalt geschickt. Dabei übernimmt die Pflege-Agentur in Osteuropa die Steuern und Beiträge zur Sozialversicherung. Der deutsche Haushalt hat also keinen Papierkrieg sondern zahlt lediglich den vereinbarten monatlichen Preis an die Agentur.

Das Arbeitgeber-Modell

Selbstverständlich kann man die Pflegekraft auch selbst anstellen. In dieser Variante tritt der Pflegebedürftige beziehungsweise dessen Familie als Arbeitgeber mit allen Rechten aber auch Pflichten auf. Da Beiträge für die Sozialversicherung und Lohnsteuer selbst entrichtet werden müssen und die Pflegekraft bei Meldebehörde, Finanzamt, Arbeitsagentur und Unfallversicherung angemeldet werden muss, bedeutet diese Variante einiges an Papierkrieg und in der Regel keine Kostenersparnis. Vorteil dieses Modells ist, dass der Arbeitgeber den Inhalt des Arbeitsvertrags – im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften z.B. in punkto Arbeitszeit, Urlaubsregelung etc. – selbst bestimmen kann.

Vorsicht ist geboten, wenn selbstständig tätige Pflegekräfte aus Osteuropa beauftragt werden. Hierbei handelt es sich meist um Fälle von Scheinselbstständigkeit, die mit empfindlichen Bußgeldern – auch für den Auftraggeber – geahndet wird.
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