Stichwort: Depression im Alter

Fälschlicherweise werden sie als Begleiterscheinung des Alterns angesehen


Viel zu oft werden depressive Symptome, die neben dementiellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Störungen im höheren Lebensalter zählen, als eine ganz normale Begleiterscheinung des Alterns angesehen. Dies führt dazu, dass sie nicht entsprechend diagnostiziert und behandelt werden, was im schlimmsten Fall dazu führen, dass Menschen freiwillig aus dem Leben scheiden. Insbesondere bei Männern nimmt das Suizid-Risiko mit zunehmendem Alter drastisch zu.
Schwere Depressionen treten – entgegen landläufiger Meinung – im Alter nicht häufiger auf als im jüngeren Erwachsenenalter. Einigen Erhebungen zufolge sind sie bei Senioren sogar seltener. Andererseits ist die Häufigkeit von Depressionen bei Patienten mit körperlichen Krankheiten und Behinderungen höher als bei gleichaltrigen Personen ohne diese Beschwerden.
Typische Symptome von Depression im Alter können körperliche Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen oder Verstopfung oder auch Ängste und Krankheitsbefürchtungen sein. Dass diese nicht als Symptome für eine Depression erkannt werden, kann unterschiedliche Gründe haben. So werden Depressionen, wie eingangs bereits erwähnt, oftmals als „normale“ Begleiterscheinung des Alterns angesehen.
Patienten zeigen ihr Leid nicht oder sind mit dem Krankheitsbild nicht vertraut. Darüber hinaus ist die Diagnose manchmal sehr schwer, da die Symptome zusammen mit anderen Krankheiten auftreten oder nur schlecht von Demenz unterschieden werden.
Eine sichere Diagnose kann nur von einem Arzt vorgenommen werden. Und das ist wichtig. Denn Depressionen müssen im Alter ebenso konsequent behandelt werden wie in jüngeren Jahren. Dies vor allem, da sie bei älteren Menschen mit einer besonders stark erhöhten Suizid-Gefahr einhergehen. So belegen Zahlen, dass etwa 30 Prozent aller Selbsttötungen von Menschen über 65 Jahre verübt werden, obwohl diese nur etwa 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Dazu kommt noch ein nicht genauer zu quantifizierende Dunkelziffer durch sogenannte „stille“ oder „verdeckte“ Suizide, bei denen der Tod beispielsweise durch Nahrungsverweigerung oder Unterlassen notwendiger Medikamenteneinnahme herbeigeführt wird. Durch eine Behandlung lässt sich nicht nur die Suizidgefahr markant senken, die Patienten gewinnen darüber hinaus auch wieder deutlich an Lebensqualität.
Seit Januar 2013 befindet sich die Beratungsstelle „DiA – Depression im Alter“ im Haus der Gesundheit des Vereins Dreycedern. Dort finden Betroffene aber auch deren Angehörige kompetente Ansprechpartner, die ihnen in dieser höchst sensiblen Situation weiterhelfen. Darüber hinaus vermittelt das Haus der Gesundheit, das sich als Informations-, Beratungs- und Bildungseinrichtung versteht, auch in vielen anderen Bereichen wertvolle Hilfe und Unterstützung für Senioren und ihre Angehörigen.
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