Täusche das Auge

„Trompe-l’oeil“ erlebt in der Wandgestaltung seit 1980 eine Renaissance


Der Begriff „Trompe-l’oeil“ kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie „Täusche das Auge“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine illusionistische Malerei, die mittels einer geschickten perspektivischen Darstellung eine Dreidimensionalität vortäuscht, die gar nicht vorhanden ist. Auf diese Weise erscheinen Räume größer als sie sind, gewähren Decken oder Wände täuschend echte Durchblicke in Phantasiewelten.
Die Geschichte des Trompe-l’oeil reicht rund zweitausend Jahre in die Geschichte zurück, erlebt seit einigen Jahrzehnten aber eine regelrechte Renaissance – in der exklusiven privaten Raumgestaltung zum Beispiel oder auch bei der Gestaltung des öffentlichen Raums, wenn es gilt, architektonische Mängel an Fassaden zu kaschieren. Die ältesten Beispiel dieser illusionistischen Malerei finden sich im antiken Pompeji. Mit der Wiederentdeckung der Perspektive in der Renaissance erlebte das „Trompe-l’oeil“ gut tausend Jahre später eine regelrechte Blüte. Als Motive wählten die Künstler oftmals Nischen mit Blumen- oder Früchtestilleben, Schränkchen mit Kleinodien, sowie Jagdszenen. Parallel dazu versuchten sie, Räume mittels Scheinarchitektur zu gestalten – zum Beispiel, indem sie diese durch vermeintliche Fenster oder Kuppeln vergrößerten. In der sakralen Architektur öffneten die Künstler auf diese Weise die Kirchendecke und gaben Ausblicke in den Himmel frei.

Traumbäder mit gemalten Landschaften
Andreas Wüst lebt nach einer Lehre als Kirchenmaler und Restaurator in Nürnberg. Seit 1990 arbeitet Wüst selbständig als Restaurator für Wand und Skulptur. Neben der fach­gerechten Restaurierung von Baudenkmälern, der klassische Restaurierung von Gemälden, Mobiliar und Skulpturen, neben dem Denkmalschutz und hochwertigen Vergoldungen beschäftigt sich der gebürtige Erlanger auch mit Illusionsmalerei und „Trompe-l’oeil“ – zum Beispiel bei der exklusiven Raumgestaltung, bei der Gestaltung von Traumbädern oder an öffentlichen Gebäuden wie dem Fembohaus in Nürnberg (Foto).
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