Vulkanerlebnis Parkstein

Parkstein

Vulkanausbruch in der Oberpfalz

Vulkane in der Oberpfalz? Tatsächlich kein seltenes Phänomen! Grund hierfür ist ein Bruch in der Erdkruste, der sogenannte Egergraben. Entlang dieser etwa 24 Millionen Jahre alten Bruchzone stiegen Magma, Wasser und CO2₂ an die Erdoberfläche und schufen von Nordböhmen bis Bayern noch heute sichtbare Vulkane und Mineralquellen. Einer der schönsten ehemaligen Feuerberge ist der Basaltkegel „Hoher Parkstein“ etwa zehn Kilometer nordwestlich von Weiden. Mit einer Höhe von 595m ü. NN überragt er als weithin sichtbare Landmarke den Naturpark „Nördlicher Oberpfälzer Wald“. Der markante Kegelberg ist erstaunlicher Weise nicht der eigentliche Vulkan, sondern nur sein Förderschlot, der sich nach der Erosion als „Härtling“ aus dem weicheren Umgebungsgestein herausgeschält hat. Durch Abkühlung und Schrumpfung wandelte sich Magma in der Förderspalte zu Basalt und formte 10 bis 30 cm breite, sechseckige Säulen, die sich garbenförmig gekrümmt als eine 38 Meter hohe Basaltwand aneinander schmiegen. Die imposante Gesteinsformation soll bereits Alexander von Humboldt dazu bewegt haben, den Parkstein als „schönsten Basaltkegel Europas“ zu betiteln. Belegt ist das Zitat nicht – ganz offiziell gehört der Hohe Parkstein aber seit 2003 zu den „100 schönsten Geotopen Bayerns“ und ist seit 2006 zudem „Nationales Geotop“.
Empfehlenswert für Besucher des Basaltkegels ist der kurze Aufstieg entlang des Geopfads, einem geologischen Lehrpfad, der einen Einblick in die Oberpfälzer Erdgeschichte ermöglicht, sowie ein Blick ins Innere des Berges bei einem Besuch der Felsenkeller in der Kapuzinergasse. Ausklingen lassen sollte man den Rundgang durch das „Vulkanerlebnis Parkstein“ im modernen Museum am Marktplatz.
Kurzweilige Filme vermitteln die spannende Entstehung des Basaltkegels und die wechselvolle Ortsgeschichte mit Kriegswirren, mächtigen Landrichtern und berüchtigten Räubern. Die neue Dauerausstellung „Leben am Vulkan“ im Dachgeschoss schließt den Kreis in die Gegenwart und nimmt Bezug zu den naturkundlichen Besonderheiten des Basaltkegels, dem Wirtschaftsleben, dem sozialen Miteinander in Parkstein und dem Vulkanismus in der Grenzregion Bayern-Böhmen. Auf einer Zeitreise vom Tertiär über das Mittelalter bis zur Gegenwart werden so alle Fakten rund um Parkstein und seinen Vulkan unterhaltsam in drei Sprachen dargestellt. Einmaliger Höhepunkt der Ausstellung ist ein „aktiver“ Vulkan, der stündlich über drei Etagen spuckt und die Explosionen des einstigen Feuerberges hautnah erspüren lässt!
Öffnungszeiten: April – Oktober: Di – So 10 – 17 Uhr, November – März: Do – So 13 – 17 Uhr. Führungen für Gruppen ab 10 Personen mit Rangern des GEOPARK Bayern-Böhmen jederzeit auf Anfrage.
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