Weitverbreitet: Laktoseintoleranz

Jeder fünfte Deutsche leidet unter Milchzuckerunverträglichkeit


Laktoseintoleranz beziehungsweise Milchzuckerunverträglichkeit ist eine häufig auftretende Störung der Darmfunktion. Statistiken gehen davon aus, dass etwa 20 Prozent der Deutschen unter Laktoseintoleranz leiden. Der Darm ist in diesen Fällen nicht in der Lage, Milchzucker aus der Nahrung aufzunehmen. Ursache dafür ist das Fehlen bzw. weitaus häufiger, die unzureichende Produktion des Verdauungsenzyms Laktase.
Bei Milchzuckerunverträglichkeit vergären die Bakterien im Dickdarm die unverdaute Laktose. Dabei werden verschiedene Stoffe und Gase frei, die zu Beschwerden im Bauch führen. In der Praxis bedeutet dies, dass sich nach Essen von Milchprodukten – vor allem aus Kuhmilch, aber auch aus Milch von Ziege oder Schaf – und ganz allgemein von laktosehaltigen Nahrungsmitteln Bauchschmerzen, ein Rumoren im Bauch sowie Blähungen einstellen. Da unverdaute Laktose außerdem vermehrt Wasser im Darm bindet, kann es auch zu Durchfall kommen. In einzelnen Fällen stellen sich darüber hinaus unterschiedliche Allgemeinbeschwerden ein, darunter Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Wie stark die Symptome sind, ist individuell verschieden. Die unliebsamen Reaktionen treten in der Regel eine viertel oder halbe Stunde nach dem Verzehr der jeweiligen Produkte ein. Sie können aber auch erst nach bis zu zwei Stunden auftreten, was die Zuordnung der Beschwerden zunächst etwas schwerer machen kann.
Zur Diagnose einer Milchzucker-Unverträglichkeit bedient sich der Facharzt – bester Ansprechpartner ist der Gastroenterologe – in aller Regel des sogenannten „Laktose-H2-Atemtests“. Im Rahmen dieses einfachen Tests trinkt der Patient nach zwölfstündiger Nahrungspause eine bestimmte Menge in Wasser aufgelösten Milchzuckers und atmet in ein Testgerät. Bei Laktosemangel führt die bakterielle Zersetzung des Milchzuckers im Dickdarm zur Bildung von Wasserstoff, der sich dann in der Atemluft der Betroffenen nachweisen lässt.

Ungeeignete Lebensmittel:
• Milch/Milchprodukte:
Milch, Käse, Trockenmilch, Pudding, Mixgetränke, Kakao, Süßspeisen, Kaffeeweißer, Kondensmilch, Sahne, Sauerrahm, Dickmilch, Kefir, Joghurt, Sauermilch, Molke, Quark, Hüttenkäse, Schmelzkäse, Käsezubereitungen
• Brot/Backwaren:
Brot- und Kuchenbackmischungen, Milchbrötchen, Waffeln, Kuchen, Kekse, Kräcker
• Fertiggerichte:
Pizza, Tiefkühlgerichte, tiefgefrorene Gemüsemischungen
• Süßwaren/Desserts:
Eiscreme, Schokolade, Sahne-, Karamellbonbons, Pralinen, Nuss-Nougat-Creme, süße Riegel
• Fleisch/Wurstwaren:
Brühwurst, Leberwurst, Wurstkonserven, fettreduzierte Wurstwaren.

Nähere Informationen zu Laktoseintoleranz aber auch zum weiten Bereich der Gastroenterologie erhalten Sie bei Dr. med. Harald Plass vom Centrum für ambulante Gastroenterologie am Albrecht-Dürer-Platz in Nürnberg.
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