Besondere Weihnachtsausstellung ,,Su a Engela" hält Raritäten bereit

Die aktuelle Weihnachtsausstellung im Museum |22|20|18| Kühnertsgasse gibt mit weit über hundert Rauschgoldengeln aus der Zeit um 1900 bis zu Exemplaren aus heutiger Produktion einen Überblick über die Historie des Rauschgoldengels und seine Entwicklung. (Foto: Uwe Kabelitz)

Nürnberger Rauschgoldengel im Museum |22|20|18| Kühnertsgasse

NÜRNBERG (pm/nf) - Die aktuelle Weihnachtsausstellung im Museum |22|20|18| Kühnertsgasse gibt mit weit über hundert Rauschgoldengeln aus der Zeit um 1900 bis zu Exemplaren aus heutiger Produktion einen Überblick über die Historie des Rauschgoldengels und seine Entwicklung. Die Engel stammen überwiegend aus Sammlungen privater Leihgeber. Ergänzt wird die Ausstellung durch Einblicke in die Herstellungstechnik.

Die Geschichte des Rauschgoldengels

Als im Zuge der Reformation die Heiligenverehrung verdrängt wurde, änderten sich die Weihnachtsbräuche: Gabenbringer für die Kinder wurde fortan das Christkind. Das in Nürnberg ansässige Handwerk der Metallschläger und der Dockenmacher entwickelte aus der Christkindsfigur eine besondere Form einer Engelspuppe mit einem goldglitzernden, plissierten Gewand, hoher Krone und großen Flügeln aus dünn geschlagenem Messingblech, dem Rauschgold, das bei Berührung knisterte und rauschte. Deshalb wurde dieses „Christkindlein“ oder „Engela“ später „Nürnberger Rauschgoldengel“ genannt. Er ist seit Jahrhunderten eine strahlende Besonderheit des fränkischen Weihnachtsbrauchtums.

Wer den ersten Rauschgoldengel hergestellt hat, wird wohl immer unbekannt bleiben. Sicherlich kamen viele unterschiedliche Einflüsse zusammen, um gerade in Nürnberg diese Figur entstehen zu lassen. Nürnberg war zum einen die Stadt der Metallverarbeitung und zum anderen die der Spielzeugherstellung und des Spielzeughandels.

Um die Welt gereist

Eine Rarität kann man während der Ausstellung im Museum erwerben: Entzückende kleine alte Rauschgoldengel. Gefertigt wurden sie von der Enkelin des Inhabers der Buchdruckerei Müller in Stein von 1946 bis zu ihrer Heirat im Jahr 1950. Hauptabnehmer waren die amerikanischen Besatzungssoldaten und vor allem ihre Frauen, die von den Engelchen begeistert waren. Die Nachfrage war so riesig, dass sie zur Unterstützung Heimarbeiterinnen einstellte. Nach ihrer Heirat wanderte Frau Auge nach Montreal aus, zog später nach Hongkong und kehrte schließlich wieder nach Nürnberg zurück. Der Karton mit den Restbeständen ihrer Rauschgoldengel reiste stets mit und gelangte letztendlich als Schenkung an das Museum Kühnertsgasse.

Die Weihnachtsausstellung ist vom 25. November 2017 bis 22. Februar 2018 geöffnet. Öffnungszeiten: Mittwoch bis einschließlich Sonntag von 14.00 bis 17.00 Uhr (außer 31.12.2017) Engelwerkstatt: Am 3. und 17. Dezember jeweils von 14. bis 16 Uhr – kleine Rauschgoldengel basteln, Engel ausmalen und Zinnengel bemalen. Materialpreis: 2 Euro.
Allgemeine Hausführung zum Kennenlernen des Museums jeden Sonntag um 14.30 Uhr
Museum |22|20|18| Kühnertsgasse, Kühnertsgasse 22, 90402 Nürnberg
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