Buchvorstellung „Kaddisch für mein Schtetl“

Nürnberg: Stadtbibliothek | NÜRNBERG (pm/nf) - Rezensionen loben das 2015 erschienene Buch „Kaddisch für mein Schtetl“ von Grigori Kanowitsch als „eindrucksvolle Besinnung auf eine verlorene Welt mitten in Europa“. In der Lesereihe „Literatur ohne Grenzen“ präsentieren das Amt für Kultur und Freizeit und der Bildungscampus Nürnberg den Roman des 1929 in Litauen geborenen Schriftstellers am Mittwoch, 2. März 2016, um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung findet statt in der Stadtbibliothek Zentrum, Gewerbemuseumsplatz 4, Ebene L1.

„Kaddisch für mein Schtetl“ erzählt die Geschichte der Familie Kanowitsch in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Mit diesem poetischen Roman beschreibt Grigori Kanowitsch nicht nur die Geschichte seiner Eltern und Großeltern aus der Sicht seines Alter Egos Hirschele, sondern setzt dem verschwundenen jüdischen Leben in Osteuropa ein Denkmal.

Dr. Gabriele Zaidyte, Kulturattachée der litauischen Botschaft, wird die Veranstaltung eröffnen. Die Osteuropa-Spezialistin Lilia Antipow führt mit ihrem Vortrag „Das osteuropäische Schtetl: Zwischen Mythos und Realität“ in die Thematik des Abends ein. Den Roman stellt der Historiker und Judaist Uri Faber vor. Der 87-jährige Kanowitsch reist aufgrund seines hohen Alters nicht nach Nürnberg.
Grigori Kanowitsch wurde als Sohn eines jüdischen Schneiders in Jonava, einem Dorf in der Nähe von Kaunas, geboren. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1941 in Litauen entkamen Kanowitsch und seine Eltern dem Holocaust durch die Flucht ins sowjetische Hinterland und die Evakuierung nach Kasachstan. 1945 kehrte er nach Litauen zurück, arbeitete als Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer und publizierte auf Russisch und Litauisch. Seit 1993 lebt er in Israel. Für sein Gesamtwerk wurde er 2014 mit dem Litauischen Nationalpreis für Kunst und Kultur ausgezeichnet.

Der Eintritt für die Buchvorstellung ist frei. Die Veranstaltung wird von der Botschaft der Republik Litauen und der Werkstatt für jüdische Geschichte in Nürnberg unterstützt.
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