Burgberg ohne Burg: Ausstellung „Nürnberg im Jahr 800“

Für die Nürnberger und Millionen von Touristen ein gewohnter Anblick. Doch welche Landschaft trafen wohl die Menschen im 9. Jahrhundert an, die sich am Pegnitzufer ansiedelten? (Foto: Nicole Fuchsbauer)
NÜRNBERG (pm/nf) - Wie sah der Burgberg ohne Burg aus? Ein Landschaftsmodell, zahlreiche Schautafeln und eine vertonte Bildfolge gehen der Frage nach, wie das Stadtgebiet vor Beginn der mittelalterlichen Besiedlung aussah. Die Ausstellung „Nürnberg im Jahr 800 – Die Ursprungslandschaft unserer Stadt“ eröffnet Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich am Dienstag, 11. Juli 2017, um 17 Uhr im Offenen Büro des Dienstleistungszentrums (DLZ) Bau, Lorenzer Straße 30. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Welche Landschaft trafen die ersten Siedler im 9. Jahrhundert an, die sich am Pegnitzufer ansiedelten? Wie sah das Gebiet rund um die Rosenau oder den Hauptbahnhof damals aus? Eine Antwort darauf versucht der Landschaftshistoriker Herbert Stahl zu geben. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchäologen bei der Bauordnungsbehörde, John P. Zeitler, schaffte er die Grundlagen dieser Ausstellung: In jahrelangen Recherchen wertete er sowohl historische Karten als auch viele Dutzend Berichte von Grabungsfirmen über archäologische Ausgrabungen in der Altstadt aus. Versucht wurde dies auch bereits in anderen Städten, jedoch noch nie in wissenschaftlicher Form.
Sowohl das Relief als auch die unterschiedliche Vegetation zeigen eine ungewöhnliche Landschaft zwischen Plärrer und Wöhrder Wiese sowie zwischen Burgberg und Lorenzkirche. Daneben erklären eine vertonte Bilderfolge sowie zahlreiche Tafeln den Charakter der damaligen Landschaft: Ein stark zerklüfteter Burgberg, Sanddünen in der Südstadt, sowie eine Flussinsel im Bereich des heutigen Plärrer und vieles andere, was in der heutigen Großstadt kaum noch vorstellbar scheint. Die Ausstellung will den Menschen ein Gefühl dafür geben, was sich teilweise mehrere Meter tief unter unseren Straßen und Plätzen zum Teil heute noch befindet – die Reste einer ursprünglichen Naturlandschaft.

Die Ausstellung ist bis Dienstag, 1. August 2017, während der Öffnungszeiten des DLZ Bau montags von 8.30 bis 18 Uhr, dienstags und donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr zu sehen. Jeweils mittwochs um 18 Uhr finden Führungen statt. Der Eintritt ist frei.
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